Ripple hat in Verbindung mit XRP eine Vergangenheit voller Negativschlagzeilen. Was man dem Unternehmen allerdings nicht aberkennen kann, ist sein Erfolg bei Partnerschaften mit großen Namen aus dem traditionellen Finanzsystem.

Durch die Nutzung von Kryptowährungen bei Geldüberweisungen ist Ripple zu einem bekannten Partner für solche traditionelle Institutionen geworden. Die Technologie des Crypto-Startups ermöglicht ihnen nämlich, ihre grenzüberschreitenden Überweisungsdienste neu zu gestalten.

Um seine Position in diesem Bereich weiter auszubauen, kündigte Ripple nun eine neue Partnerschaft mit der japanischen SBI Remit Co. an. Das Ziel der Zusammenarbeit ist die Verbesserung von Überweisungen von Japan auf die Philippinen.

Mit an Bord soll zudem der mobile Zahlungsdienst Coins.ph und die Plattform für den Austausch digitaler Vermögenswerte SBI VC Trade sein. Zusammen wollen sie ihren Kunden eine günstigere Überweisungsoption bieten.

Im Mittelpunkt dieser Bemühungen steht allerdings der XRP Token. Durch seine Verwendung sollen die grenzüberschreitenden Transaktionen wesentlich günstiger gestaltet werden.

Für Ripple läuft in Asien alles rund

Laut der offiziellen Erklärung hilft Ripple mit der Implementierung von Japans erstem On-Demand-Liquiditätsdienst (ODL) dabei, die Akzeptanz von Crypto-fähigen Dienstleistungen voranzutreiben. Der stellvertretende Direktor von SBI Remit, Nobuo Ando, erklärte:

Die Einführung von ODL in Japan ist nur der Anfang und wir freuen uns darauf, die nächste Stufe der Finanzinnovation voranzutreiben. Nicht nur auf den Philippinen, sondern auch in anderen Teilen der Region.

Diese Ankündigung steht im Einklang mit der Absicht von Ripple, seine Dienstleistungen für die asiatisch-pazifischen Märkte (APAC) zu erweitern. Das Unternehmen verzeichnet im Jahresvergleich in dieser Region ein Transaktionswachstum von 130%.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigte auch, dass die XRP-Verkäufe von Ripple im ersten Quartal aufgrund der steigenden Nachfrage nach seinem ODL-Service um 97% angestiegen sind.

XRP Verkäufe durch Ripple
Abb. 1: XRP Verkäufe und Volumen. Quelle: Ripple

Darüber hinaus vermehrten sich die Wallets, die zwischen 1 Million und 10 Millionen XRP halten. Ihre Anzahl stieg von 1.125 im vierten Quartal 2020 auf 1.196 im ersten Quartal 2021. Das entspricht einer Steigerung von 6,3%.

XRP genießt durch strategische Schritte erneuten Aufwind

Einige haben das jüngste Wiederaufleben von XRP zum Teil mit dem Kauf eines 40-prozentigen Anteils von Ripple Labs an dem grenzüberschreitenden Zahlungsunternehmen Tranglo in Verbindung gebracht.

Tranglo soll dem Unternehmen dabei helfen, seinen ODL-Dienst nach Südostasien zu erweitern. Eine der wenigen Fronten, an der es das umstrittene Unternehmen schafft, nach wie vor positive Schlagzeilen zu schreiben. Denn trotz des Konflikts von Ripple mit den SEC-Behörden wegen der XRP-Wertpapierklage teilte Aushängeschild Brad Garlinghouse mit, dass das Unternehmen in der APAC-Region keine Rückschläge erlitten hat.

Wir waren in der Lage, das Geschäft in Asien und Japan weiter auszubauen, weil wir in diesen Märkten regulatorische Klarheit hatten.

Ripple hat zudem kürzlich einen neuen Geschäftsführer ernannt, der die Bemühungen des Startups in der südostasiatischen Region weiter vorantreiben soll.

Dieser neue Geschäftsführer ist niemand geringerer als Brooks Entwistle. Er war zuvor der Chief Business Officer von Uber. Dort leitete er das Wachstum des Unternehmens. Er setzte sich in diesem Zusammenhang ebenfalls mit regulatorischen Fragen im gesamten asiatisch-pazifischen Raum auseinander. Davor war Entwistle zwei Jahrzehnte bei Goldman Sachs tätig, wo er als Partner und Vorsitzender in derselben geografischen Region arbeitete.

Mit der Einbindung des ehemaligen Uber-Managers hat Ripple also seine Expansionspläne in Südostasien angesichts der “ziemlich komplexen, länderspezifischen Regelungen” des Marktes enorm verstärkt.