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Nach Uniswap wird nun Coinbase “Mobbingopfer” der SEC

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Von Mister Coinlover-September 9, 2021

Der Vorstandsvorsitzende von Coinbase beschuldigt die Securities and Exchange Commission (SEC) öffentlich eines merkwürdigen Verhaltens. Diese hat nämlich nicht nur Ermittlungen gegen Uniswap Labs, sondern nun auch gegen die führende Krypto Börse eingeleitet.

Doch fangen wir am Anfang an.

Der Grund für die jüngste Aufregung ist eine Warnung, die Coinbase von der Regulierungsbehörde erhalten hat. Die SEC soll dabei der Krypto Börse mit einer Klage gedroht haben. In einem Twitter-Thread sprach CEO Brian Armstrong davon, dass die SEC durch ihr Verhalten einen unfairen Markt schaffen würde.

Konkret geht es dabei um den Versuch der Regulierungsbehörde ein Kreditprodukt zu unterbinden, das es den Kunden der Börse ermöglichen würde, Zinsen auf ihre Kryptowährungen zu erhalten.

Coinbase gab in einem Blogbeitrag bekannt, dass die SEC eine sogenannte Wells-Benachrichtigung herausgegeben hat. Das bedeutet, dass sie möglicherweise Durchsetzungsmaßnahmen ergreift und eine formelle Untersuchung eingeleitet hat. Auf Twitter brüskierte sich Armstrong offen über diese Vorgehensweise und schrieb:

Wir werden mit rechtlichen Schritten bedroht, bevor ein einziges Stück tatsächlicher Anleitung für die Industrie gegeben wurde. Regulierung durch Rechtsstreitigkeiten sollte der letzte Ausweg für die SEC sein, nicht der erste.

Der Ursprung des Streits zwischen Coinbase und der SEC

Der Ursprung des Streits zwischen der größten Krypto Börse und der Regulierungsbehörde ist ein Produkt auf Coinbase mit dem treffenden Namen Lend. Die Börse plant darüber eine verhältnismäßig höher verzinsliche Alternative zu traditionellen Sparkonten anzubieten, womit Kunden eine jährliche Rendite von 4% erzielen könnten.

Das Produkt wurde noch nicht auf den Markt gebracht. Coinbase ermutigte seine Kunden aber bereits im Juni, sich für eine Vorabregistrierung anzumelden.

Die Frage, ob DeFi-Lending-Pools als Wertpapiere gelten, scheint sich für die SEC zu einem wichtigen rechtlichen Schlachtfeld zu entwickeln. Die Frage ist unter anderem, ob solche Zusammenschlüsse die Definition von “Investitionsverträgen” erfüllen. Als solche gelten Investition von Geld in ein gemeinsames Unternehmen mit der begründeten Erwartung von Gewinnen, die aus den Bemühungen anderer erzielt werden.

In jedem Fall zeigt sich Coinbase sehr unzufrieden. Das Unternehmen arbeitet laut eigener Aussage seit sechs Monaten “proaktiv” mit der SEC bezüglich des Produktes Lend zusammen. Dementsprechend überrascht sei man über die mögliche Durchsetzungsmaßnahme.

Paul Grewal, der Chief Legal Officer des Unternehmens, äußerte ebenfalls öffentlich sein Unverständnis:

Die SEC hat uns mitgeteilt, dass sie uns wegen Lend verklagen will. Wir haben keine Ahnung, warum.

Weiter führte er aus, dass es sich bei Lend laut der SEC um ein Wertpapier handeln soll. Die Regulierungsbehörde sei aber schuldig geblieben, zu erklären, wie sie zu diesem Schluss gekommen sind.

In jedem Fall  hat die SEC durch ihre Androhung vorerst Erfolg gehabt. Aufgrund der Maßnahmen hat Coinbase die Einführung von Lend auf frühestens Oktober verschoben.

SEC ermittelt ebenfalls gegen die dezentrale Börse Uniswap

Das Coinbase-Debakel, wenn man es nun so nennen darf, ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die SEC aktuell eher als “Bad Actor” auftritt. Erst vor wenigen Tagen ist nämlich bekannt geworden, dass die US-Regulierungsbehörde ebenfalls gegen Uniswap Labs ermittelt.


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Laut einem Artikel des Wall Street Journals vom letzten Freitag soll eine Untersuchung gegen den Hauptentwickler von Uniswap Labs eingeleitet worden sein. Weiter heißt es (unter Berufung auf anonyme Quellen), dass Vollstreckungsanwälte auf der Suche nach Informationen über die Marketing- und Anlegerdienste von Uniswap sind.

Uniswap Labs soll sich in diesem Fall kooperativ zeigen. Ein Sprecher hat laut dem Artikel verkündet, dass das Unternehmen den Aufsichtsbehörden Informationen zur Verfügung stellt, die ihnen bei der Untersuchung helfen.

Wichtig ist hierbei zu verstehen, worin der Unterschied zwischen Uniswap Labs und Uniswap der dezentralen Börse liegt. Uniswap Labs ist das Unternehmen, welches das Frontend der Börse betreut, während das Protokoll selbst, nicht offizieller Teil des Unternehmens ist.

Uniswap das Protokoll ist ein dezentraler Austausch, der es Nutzern ermöglicht, untereinander Ethereum-basierten Altcoins zu handeln. Die dezentrale Börse gilt mit einem täglichen Handelsvolumen in Milliardenhöhe als die größte ihrer Art.

In ihrem Bestreben den Sektor zu kontrollieren, riskiert die SEC, dass sie durch ihr aggressives Vorgehen die Innovation des Sektors aus den USA heraustreibt. Denn klar ist, dass Entwickler zukünftig die USA meiden werden, wenn ihnen sonst ständiger Ärger mit den dortigen regulatorischen Aufsichtsbehörden droht. Vor allem da die Behörden bislang nicht in der Lage sind, klare Rahmenbedingungen vorzugeben.


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