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Ethereum durch Merge zentralisiert? 2 Akteure halten fast 50% der gestakten ETH

Von Alexander Naumann-September 19, 2022

Wie dezentral ist Ethereum nach dem Merge? Eine Ethereum News verunsichert die Community, denn es scheint, als befände sich das Netzwerk in der Hand nur einiger weniger.

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Dezentralität von Ethereum nach dem Merge in Gefahr

Dezentralität ist eines der zentralen Versprechen der Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Anstelle in der Hand von nur wenigen, zentralen Gestalten zu sein, gehören die Kryptowährungen allen, die sich daran beteiligen wollen, was klare Regeln schafft und Machtmissbrauch unterbinden soll. Auch Ethereum hat sich diesen Ethos natürlich auf die Fahne geschrieben. Doch könnte der jüngste Umstieg der Blockchain auf Proof of Stake dieser Versprechen in Frage gestellt haben?

Nach dem Ethereum Merge, nachdem das Ethereum Mining offiziell aufhörte und durch das Ethereum Staking abgelöst wurde, sieht es um die Dezentralität der zweitgrößten Kryptowährung nicht gut bestellt aus. Laut dem Ethereum Explorer halten lediglich zwei Akteure fast 50 % aller verfügbaren Stakes. Demnach kontrollieren diese zwei fast im Alleingang das gesamte Netzwerk. Diese Ethereum News liest sich nicht so gut. Doch einen Hoffnungsschimmer gibt es: Einer der beiden Teilnehmer ist die DAO mit dem Namen Lido Finance.


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Bei Lido Finance handelt es sich um die größte Decentralized Autonomous Organization (DAO) für das Staking von Ethereum. Demnach ist es kein solches Unglück, dass es sich hierbei um den größten Akteur handelt. Denn als DAO ist Lido bereits dezentralisiert. Jeder kann sich dieser Organisation anschließen, zum Stake beitragen und damit die Entscheidungen der DAO beeinflussen.

Wie dezentralisiert ist Lido Finance als größter Ethereum Staker wirklich?

Die Schattenseite ist, dass es auch bei Lido Zentralisierungstendenzen gibt. So werden die Rewards aus dem Staking nicht sofort an die berechtigten Teilnehmer verteilt. Stattdessen gehen sie zunächst an Lido selbst, welches dagegen „Staked Ether“ (stETH) an die Mitglieder verteilt. Diese können die stETH nur in Ether (ETH) umwandeln, wenn sie ihren Stake aus der DAO ziehen. Somit lässt sich Lido als ein zentralisierter Stakeholder betrachten.

Das hatte bereits im Juni 2022 für Unsicherheiten auf dem Ether-Markt gesorgt, als es zu Liquiditätsengpässen kam. Und dass, obwohl Lido Finance zu diesem Zeitpunkt bereits einer der größten Halter von ETH war.

Weitere schlechte Ethereum am Horizont? Ist ETH jetzt ein Wertpapier?

Der zweitgrößte Akteur ist die Krypto Börse Coinbase. Diese hält 14 % des gesamten Stakes. Eigentlich sind 14 % kein Grund zur Sorge, da diese Menge nicht ausreicht, um das Netzwerk nachhaltig zu beeinflussen und zu manipulieren. Allerdings zeigt das die Schwächen des Proof of Stakes hinsichtlich der Dezentralität auf. Kritiker und Befürworter des Proof of Works, welche seit Jahren auf die Zentralisierungstendenzen dieses Konsens-Mechanismus hinweisen, dürften sich bestätigt fühlen.


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Allgemein bestimmen Krypto Börsen und ihre akkumulierten Einlagen das Top-Ranking der größten Stakeholder von Kryptowährungen. Zu Zeiten von Bullruns wie dem vom November 2021 dürfte sich dieses Verhältnis noch mehr zu deren Gunsten verschieben. Das könnte sich auch für das Ethereum Staking bewahrheiten.

Zu dieser schlechten Ethereum News gesellt sich die Einschätzung von Gary Gensler, dem Vorsitzenden der US-amerikanischen SEC. Laut ihm handle es sich um Ethereum nun, nach dem Merge, um ein Wertpapier. Das könnte ein weiterer Grund für den Einbruch beim Ethereum Kurs trotz gelungenem Merge sein.

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