Chris Giancarlo, der Ex-Vorsitzende der Commodity Futures Trading Commission und jetzt unabhängiger Jurist, veröffentlichte am Mittwoch eine umfangreiche juristische Studie, die zu dem Schluss kam, dass XRP von Ripple kein Wertpapier darstellt und nicht als solches behandelt werden kann.

Der selbsternannte “Crypto Dad” war maßgeblich an der Leitung von Studien an US-Börsen und Aufsichtsbehörden beteiligt, die schließlich dazu führten, dass Bitcoin und Ethereum als Rohstoffe klassifiziert wurden, ähnlich wie Reis- oder Zucker-Futures.

Nun setzt er sich dafür ein, dass XRP offiziell als Währung klassifiziert wird. Warum das für Ripple so wichtig ist und ob seine Argumentation überhaupt auf festem Grund steht, schauen wir uns jetzt genauer an.

XRP eine gefragte Währung

Giancarlos Howey-Test-Analyse und ihre Anwendung auf XRP kommen zu dem Schluss, dass letzteres dem US-Dollar ähnlicher ist als einem Wertpapier. Es muss jedoch angemerkt werden, dass seine Anwaltskanzlei jetzt für Ripple arbeitet. Eine gewisse Voreingenommenheit gegenüber dem Projekt sollte hier also nicht ausgeschlossen werden.

In einer ausführlichen Argumentation, die in der International Financial Law Review veröffentlicht wurde, hat er allerdings erläutert, warum XRP, das 2012 vom Team hinter OpenCoin erstellt und 2015 in “Ripple” umbenannt wurde, kein Wertpapier ist.

Mit dem Titel “Kryptowährungen und US-Wertpapiergesetze”: Jenseits von Bitcoin and Ether” und von der New Yorker Anwaltskanzlei Willkie Farr & Gallagher LLP mitverfasst, wandte Giancarlo methodisch die Kriterien des Howey-Tests auf XRP an.

Derzeit sind XRP im Wert von 5,9 Milliarden Dollar im Umlauf, wie auf der On-Chain-Analyseseite Messari zu lesen ist. Ripple Labs finanziert sich weiterhin teilweise selbst, indem es regelmäßig einen Teil seiner 55,6 Milliarden XRP verkauft. Gleichzeitig distanziert sich Ripple in bestimmten Bereichen von XRP. Überflüssig zu sagen, dass diese Kontroverse in der Vergangenheit schon des Öfteren zu Reibungen geführt hat.

Giancarlo argumentiert jedoch, dass eine faire Anwendung des Howey-Tests XRP als Tauschmittel einsetzt. In seinem Bericht fügt er hinzu, dass die “erhöhte Annahme” von XRP – belegt durch boomende On-Demand-Liquiditätskorridore und die Annahme auf afrikanischen Märkten – bedeutet, dass die Währung in jüngster Zeit von Verbrauchern und Unternehmen in erheblichem Maße als Zahlungsmittel genutzt wird.


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Ripple und XRP besteht den Howey-Test

Die U.S. SEC hat spezifische Kriterien für Wertpapiere aufgestellt, die seitens des Howey-Test berücksichtigt werden. Das erste besagt, dass jeder “Investitionsvertrag zwischen dem Emittenten des Vermögenswertes implizit oder explizit angegeben werden sollte”.

Das zweite Kriterium des Howey-Tests besagt, dass es kein “gemeinsames Unternehmen” zwischen Aktionären oder einem Aktionär und dem Unternehmen geben darf. Dazu stellt Giancarlo fest, dass die beabsichtigte Verwendung von XRP die eines Liquiditätsinstruments ist, mit seiner allgemeineren Verwendung zur Übertragung von Werten und seinem Potenzial als spekulativer Vermögenswert.

Letzten Endes kam der Howey-Tests zu dem Ergebnis, dass “aus den Bemühungen von Ripple keine vernünftigen Gewinnerwartungen abgeleitet werden sollten”.

Genauer gesagt, schrieb Giancarlo:

Obwohl Ripple einen beträchtlichen Anteil am XRP-Angebot behält und sicherlich ein finanzielles Interesse am Wert seiner Bestände hat, reicht es nicht aus, zu suggerieren, dass ein gegenseitiges Interesse am Wert eines Vermögensgegenstandes eine Gewinnerwartung, wie sie von Howey ins Auge gefasst wurde, hervorruft.

Ripple’s und XRP’s tatsächliche Verknüpfung

Während Giancarlos Argumentation nachvollziehbar ist, sollten Anleger unabhängig von dem Urteil seitens der Legislative einige Tatsachen nicht aus dem Auge verlieren.

Obwohl XRP jetzt als Tauschmittel verwendet wird, wie Giancarlo anmerkt, bleibt es eine Tatsache, dass OpenCoin die ursprünglichen Schöpfer von XRP sind. Das Rebranding von OpenCoin in Ripple hatte wahrscheinlich vorrangig das Ziel eine gewisse Distanz zwischen XRP und dem Unternehmen zu schaffen.

Tatsache ist auch, dass das Unternehmen Ripple sehr von der ursprünglichen Ausgabe von XRP und deren Verkäufe massive profitiert hat. Man könnte sogar einen Schritt weiter gehen und sagen, dass ohne XRP es Ripple überhaupt nicht geben würde. Um die Sache sogar noch etwas zu überspitzen, sagen wir, dass XRP der Brennstoff ist, der die Maschinerie Ripple am Laufen gehalten hat und während es mittlerweile Ripple ohne XRP geben kann, ist in der Praxis XRP ohne Ripple nicht möglich.

Vergegenwärtigen wir uns diese enge Verknüpfung zwischen Ripple und XRP, relativiert das Giancarlos Aussage in dieser Hinsicht. Was seine Argumentation den Status von XRP als Währung und nicht Wertpapier angeht, so scheint er damit allerdings nicht alleine dazustehen.

Coinbase beispielsweise, bekannt für seine legale Erstnotierung für Vermögenswerte und den Abstand zu nicht lizenzierten Wertpapieren, fügte im Februar 2018 die Unterstützung für XRP hinzu, nachdem die interne Revision des Unternehmens ebenfalls zu dem Urteil gekommen ist, dass es sich bei XRP nicht um ein Wertpapier handelt.


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Warum die Klassifizierung von XRP für Ripple so wichtig ist

Was hat Giancarlos Bericht überhaupt zu bedeuten? Ganz einfach. Es geht einzig und alleine darum, grünes Licht für XRP zu bekommen. Dafür ist es nötig, dass XRP von den Behörden nicht als Wertpapier, sondern vorzugsweise als eine Währung eingestuft wird.

Solange das nicht der Fall ist, werden größere Unternehmen und Kunden von Ripple wie American Express, Santander und SBI Holdings Japan, sich niemals dem Risiko aussetzen und auch nur darüber nachdenken, XRP in ihre Geschäftsprozesse mit einzubinden.

Schafft es Ripple allerdings die regulatorische Unsicherheit rundum XRP als Kryptowährung zu beseitigen, wäre dies mit Sicherheit ein starkes Verkaufsargument und könnte dessen Einsatz massiv steigern.

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