Was ist ein symmetrisches Dreieck

Chartmuster, Handel

Symmetrische Dreieck Formation: Lerne, was die wenigsten über dieses Chartmuster wissen

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Von Mister Coinlover-Mai 2, 2020

Symmetrische Dreieck Formationen sind schwieriger zu erkennen, als viele auf den ersten Blick annehmen würden. Oft kommt es zu fehlerhaften Identifikationen mit einer damit verbundenen schlechteren Trading-Performance. Hier lernst du aber, wie du dieses Chartmuster richtig identifizierst und tradest!

Übersicht

Art:

  • Fortsetzungsmuster, Umkehrmuster

Fehlerquote:

  • 2-6% (Kursrückgang), 3-5% (Kursanstieg)

Erreichung des Mindestkursziels:

  • 57-62% (Kursrückgang), 79-81% (Kursanstieg)

Performance (Kursrückgang):

  • durchschnittl. 19-20%
  • wahrscheinlichster 10-15%

Performance (Kursanstieg):

  • durchschnittl. 37-41%
  • wahrscheinlichster 20%

Symmetrische Dreiecke können in zwei Typen unterteilt werden: in Symmetrische Dreieck-Böden und -Tops. Entscheidend ist hier, ob der Formation ein Abwärtstrend (für symmetrische Dreieck-Böden) oder ein Aufwärtstrend (symmetrische Dreieck-Tops) vorausgeht.

Bulkowski hat diese Unterscheidung in der Hoffnung vorgenommen, dadurch Rückschlüsse auf die voraussichtliche Ausbruchsrichtung ziehen zu können. Seine Auswertungen haben allerdings gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Da sonstige Ergebnisse ebenfalls lediglich minimale Unterschiede aufwiesen, verzichten wir hier auf eine solche Unterscheidung und sprechen nur von symmetrischen Dreiecken im Allgemeinen. Dies ist nämlich völlig ausreichend und vereinfacht die Sache, ohne das dadurch eine schlechtere Handelsperformance in Kauf genommen wird. Fangen wir also an und werfen einen Blick darauf, was die Symmetrische Dreieck Formation alles zu bieten hat.

Die statistischen Auswertungen der hier behandelten Chartformation stammen aus der Enzyklopädie der Chartmuster von Thomas N. Bulkowski. Dieses Buch ist ein mächtiges Werkzeug für jeden ambitionierten Trader und basiert ausschließlich auf Daten.


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So kannst du eine Symmetrische Dreieck Formation identifizieren

Erstaunlicherweise gehören, wider der Vermutung vieler, symmetrische Dreiecke zu den am schwierigsten zu erkennenden Formationen. Ihnen können sowohl ein Aufwärts- wie auch Abwärtstrend vorausgehen. Der vorige Trend liefert allerdings keinen Aufschluss darüber, in welche Richtung der Kurs aus dem Chartmuster tatsächlich ausbrechen wird. An späterer Stelle im Kapitel über die richtige Trading-Strategie sprechen wir aber noch im Detail darüber, wie du mit dieser Formation umzugehen hast.

Eine Symmetrische Dreieck Formation erkennst du an den zwei Trendlinien. Dabei ist die obere Trendlinie nach unten und die untere Trendlinie nach oben geneigt. Als Resultat daraus laufen beide Trendlinien in der Formationsspitze zusammen und bilden die typische Dreiecksform. Die Trendlinien müssen aber nicht genau gleichlang und damit auch nicht perfekt symmetrisch sein.

Wichtig ist allerdings, dass beide Trendlinien mindestens zweimal berührt werden und der Kurs innerhalb der Formation dadurch mindestens 4 Wendepunkte aufweist. Siehe Abb.1 für ein typisches Beispiel einer Symmetrischen Dreieck Formation.

Chartmuster, symmetrisches Dreieck

Abb.1: Beispielhafter Verlauf einer symmetrischen Dreieck Formation

Das Volumen ist in der Regel am Anfang der Formation am höchsten und nimmt dann stetig ab. Erst, wenn es zu einem Ausbruch nach oben oder unten kommt, ist wieder ein Anstieg im Volumen zu erkennen. Das ist kein Muss, aber das Volumen beim Ausbruch kann uns ein paar Hinweise darauf liefern, ob es sich um einen echten Ausbruch handelt und wie die zu erwartende Performance aussieht.

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Vorzeitige Ausbrüche aus der Chartformation

Vorzeitige Ausbrüche finden bei einer Symmetrischen Dreieck Formation nicht so häufig statt. In nur etwa 16 Prozent der Fälle kommt es zu einem vorzeitigen Ausbruch nach oben oder unten. Ein solcher vorzeitiger Ausbruch ist erfolgt, wenn der Kurs außerhalb der beiden Trendlinien schließt und kurz darauf zurück in die Formation fällt. Ein Beispiel hierfür zeigt Abb. 2.

vorzeitiger Ausbruch bei einem symmetrischen Dreieck

Abb.2: Beispiel eines vorzeitigen Ausbruchs

Das Problem bei vorzeitigen Ausbrüchen ist, dass sie oftmals nur sehr schwer von tatsächlichen Ausbrüchen zu unterscheiden sind. Um aber einen Hinweis darauf zu bekommen, ob es sich bei einem Ausbruch um einen validen oder vorzeitigen Ausbruch handelt, bietet es sich an dieser Stelle an, den Trend zu betrachten, der dem Chartmuster vorausgegangen ist.

Vorzeitige Ausbrüche bei einem vorigen Abwärtstrend erfolgen ein wenig früher als tatsächliche Ausbrüche, während die Volumenentwicklung hier keinen Hinweis bietet. Sie ist in der Regel auch bei vorzeitigen Ausbrüchen hoch.

Anders verhält es sich bei Symmetrischen Dreieck Formationen, denen ein Aufwärtstrend vorausging. Auch hier treten vorzeitige Ausbrüche oft etwas früher auf, aber mit dem Unterschied, dass sie es nicht selten unter niedrigem Volumen tun. Kommt es also bei einem symmetrischen Dreieck, dem ein steigender Kurs vorausging, zu einem frühen Ausbruch unter niedrigem Volumen, ist in jedem Fall Vorsicht geboten. Es ist sehr gut möglich, dass es sich um einen vorzeitigen Ausbruch handelt und der Kurs wieder in die Formation zurückspringt. Gut möglich, dass der tatsächliche Ausbruch anschließend in die Gegenrichtung erfolgt.

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Mögliche Fehler bei der Identifikation

Eventuell bist du dir bereits jetzt sehr sicher darin, eine Symmetrische Dreieck Formation problemlos identifizieren zu können. Lass uns dich aber davor warnen, dass eine vorschnelle und nicht achtsame falsche Identifizierung dich in Teufels Küche bringen kann. Es gibt nämlich einige Situationen, die Trader und Investoren in die Irre führen können. Nehmen wir Abb. 3 als Beispiel. Der Kurs prallt zwar an der oberen Trendlinie mehrmals ab, an der unteren aber nur einmal. Hier handelt es sich nicht um eine valide Symmetrische Dreieck Formation.

1. Fehler bei der Identifikation eines vermeintlichen symmetrischen Dreiecks

Abb.3: Die untere Trendlinie wird nur einmal berührt

Ein weiteres Beispiel für eine häufige falsche Identifikation zeigt die nächste Abbildung. Auch hier könnte man irrtümlich denken, dass es sich um eine Symmetrische Dreieck Formation handelt. Allerdings weist diese Formation zu viel Zwischenraum auf. Gleich wenn hier zwar beide Trendlinien oft genug berührt werden, wird der Zwischenraum nicht häufig genug durchquert.

2. Fehler bei der Identifikation eines vermeintlichen symmetrischen Dreiecks

Abb.4: Die Formation weist zu viel Zwischenraum auf

Schlussfolgernd geht es also bei der Identifikation darum, darauf zu achten, ob das was du siehst, nicht nur bestimmte Eigenschaften einer Symmetrischen Dreieck Formation ähnelt, sondern alle nötigen Kriterien angemessen erfüllt. Dazu gehören allen voran, dass

  • die beiden Trendlinien jeweils mindestens zwei Mal berührt werden und
  • der Zwischenraum der Formation mehrmals durchquert wird.

Halte dich von Chartmustern fern, die nicht alle nötigen Eigenschaften einer validen Symmetrischen Dreieck Formation aufweisen.

Kommen wir nun zum letzten Punkt, in dem ich dir erkläre, wie du die Formation richtig handelst.

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Die richtige Trading Strategie für eine Symmetrische Dreieck Formation

Du weißt jetzt, wie du eine Symmetrische Dreieck Formation identifizierst, welche Eigenschaften sie aufweist und wodurch du in die Irre führende Muster ausschließen kannst. Jetzt sehen wir uns an, wie du das Kursziel richtig berechnest, um die Formation möglichst gewinnbringend zu traden.

Als erstes musst du den Irrglaube abschütteln, dass die der Formation vorausgegangene Kursrichtung ein Indiz dafür liefert, in welche Richtung der Ausbruch erfolgen wird. Damit unterscheidet sich eine Symmetrische Dreieck Formation grundsätzlich von Wimpel- oder Flaggenmustern.

Einige symmetrische Dreiecke können sich allerdings zu größeren Versionen von Wimpel Formationen entwickeln. In dem Fall markieren sie den Mittelpunkt einer Kursbewegung. Dementsprechend wird genau wie bei Flaggen- und Wimpelmustern die vorausgegangene Kursbewegung abgemessen, um so das Kursziel nach einem validen Ausbruch abzuleiten. In diesem Fall wird in 79-81 Prozent der Fälle das Mindestkursziel erreicht.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Kurs auch tatsächlich in die vorangegangene Richtung aus dem symmetrischen Dreieck ausbricht. Bei einem vorausgegangenen Abwärtstrend trifft das aber in nur knapp 57 Prozent der Fälle und bei einem vorausgegangenen Aufwärtstrend in 58 Prozent der Fälle zu. Daher solltest du unbedingt den Ausbruch aus der Formation abwarten, da symmetrische Dreiecke oft genug auch als Tops oder Böden eine Trendwende einleiten können.

Im Falle eine Trendwende ist die Messregel auch eine andere. Denn dann wird die Differenz zwischen dem Hochpunkt (A) mit dem Tiefpunkt (B) innerhalb der Formation errechnet und anschließend an den Ausbruchspunkt in die entsprechende Richtung projiziert, um das Mindestkursziel (C) zu erreichen.

Mindestkurszielberechnung einer symmetrischen Dreieck Formation

Abb.5: So berechnest du das Mindestkursziel

Die Zielerreichung bei Ausbrüchen in die entgegengesetzte Richtung ist allerdings weniger zuverlässig, als wenn der vorige Trend fortgesetzt wird. Im Falle eine Trendwende wird das Mindestkursziel nur in 57-62 Prozent der Fälle erreicht. Das macht eine Symmetrische Dreieck-Formation, die in Richtung des vorigen Trends ausbricht, im Durchschnitt zu einer wesentlich sicheren Handelsgelegenheit als solche, die in die Gegenrichtung ausbrechen. Grundsätzlich gilt aber, dass Ausbrüche nach oben in beiden Fällen im Durchschnitt die bessere Performance bieten.

Merke:
Entgegen weit verbreiteter Annahmen handelt es sich hier nicht zwingend um ein Fortsetzungsmuster. Als Umkehrmuster weist dieses Chartmuster allerdings eine weniger zuverlässige Performance auf. Im Idealfall handelst du eine Symmetrische Dreieck Formation, der ein Aufwärtstrend vorausging und die nach oben ausbricht.

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