Immer mehr Staker setzen trotz lukrativerer Staking-Renditen anderer PoS-Chains auf Ethereum. Dies hat zur Folge, dass mit der steigenden Anzahl an Validatoren im Netzwerk die Basisbelohnung für Staker auf Ethereum immer weiter abnimmt. Könnte das ein besorgniserregender Trend für die PoS-Chain sein?

Erfahre in diesem Artikel, warum sich dieser Trend immer weiter fortzusetzen scheint, welche Auswirkungen er besitzt und wie die Community darauf reagieren möchte.

Ethereum wird Opfer seines eigenen Erfolgs

Die Composite Ether Staking Rate (CESR) bietet eine neue Möglichkeit, um die Staking-Möglichkeiten im Bereich der Proof of Stake (PoS)-Chains zu verfolgen. Lizenziert von CoinDesk Indices von CoinFund, misst die CESR die annualisierte Rendite für das Validieren auf der Ethereum Beacon Chain. Aktuell liegt die Staking-Rate bei etwa 3,75%, eine Kombination aus Konsens-Basisbelohnung und volatiler Transaktionsbelohnung.

Die CESR und ihr Verlauf
Bildquelle: Coindesk Indices

Die Basisbelohnung ist Opfer des Erfolges von Ethereum geworden. Aufgrund des stetigen Anstiegs neuer Validatoren ist diese nämlich stetig gesunken. Ein Trend, der seit dem Start des Stakings nach dem Merge im September 2022 zu verzeichnen ist. Dieser Trend wurde durch das Shapella-Upgrade im April 2023 noch verstärkt, als Validatoren erstmals ihren Einsatz zurückziehen konnten.

Mit der steigenden Anzahl an Validatoren erhöht sich die Basisbelohnung für das gesamte Netz proportional zur Quadratwurzel aus den zusätzlichen Validatoren. Dies führt dazu, dass die Belohnung für jeden einzelnen Validierer leicht abnimmt.

Die wachsende Anzahl an Staking-Teilnehmern – aktuell sind es etwa 800.000 Validatoren – hat zu Überlegungen geführt, eine Obergrenze für die Aufnahme neuer Validatoren pro Tag zu setzen, da die aktuelle Grenze langfristig nicht aufrechterhalten werden kann. Eine Warteschlange könnte die Aufnahme regulieren und somit die Netzwerkfunktionalität gewährleisten.

Warum Anleger lieber auf Ethereum anstelle anderer PoS-Chains staken

Ethereum ist bei Weitem nicht das einzige PoS-Protokoll und obwohl die Anzahl seiner Validatoren beeindruckend gestiegen ist, ist die Staking Ratio mit 21,72% noch vergleichbar gering. Verglichen mit anderen PoS-Chains ist der Anteil an Token des Gesamtangebots. Gemessen an diesem Wert taucht Ethereum nicht einmal in der Nähe der Top-10 PoS-Chains auf.

Die Liste der Top-10 PoS-Chains gemessen an der Höhe ihrer Staking-Ratio
Bildquelle: StakingRewards

Allerdings kann die Staking-Ratio auch ein irreführender Wert sein. Entscheidend ist vor allem der Gegenwert der Vermögenswert, der das Netzwerk absichert. Hier führt Ethereum mit 43 Milliarden US-Dollar das Feld an. Weit abgeschlagene Nummer zwei ist Solana (SOL) mit 5,61 Milliarden, gefolgt von Cardano (ADA) mit 7,69 Milliarden US-Dollar.

Die Liste der Top-10 PoS-Chains gemessen an der Höhe ihrer Staking-Marktkapitalisierung

Nichtsdestotrotz bieten andere PoS-Chains wie beispielsweise Solana mit 6,87%, Aptos mit 6,33%, Avalanche mit 7,38% und Polkadot mit sogar 14,23% deutlich lukrativere Renditen an. Ein näherer Blick zeigt allerdings, dass die “realen” Renditen nach Bereinigung um die Angebotsinflation oft weniger beeindruckend ausfallen. Die Tokenomics der einzelnen Netzwerke spielen also eine entscheidende Rolle. Vor EIP-1559 lag die jährliche Angebotsinflation von Ether (ETH) bei über 3%. Nun liegt sie nahezu bei null.

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Fast alle anderen PoS-Chains haben eine erhebliche Angebotsinflation erlebt. Das kann dazu führen, dass sich die reale Rendite für Staker im negativen Bereich befinden kann. So bewegt sich beispielsweise die reale Rendite für Staker auf Aptos aktuell bei -15,75%.

Die Rendite für Staker auf PoS-Chains wird in der Regel in dem nativen Vermögenswert ausgezahlt. Damit hat die Preisentwicklung des nativen Vermögenswerts einen direkten Einfluss auf die reale Rendite für Staker. Die große Menge an Kapital, das auf Ethereum für eine vergleichsweise geringe Staking-Rendite aufbaut, könnte also ein starkes Indiz dafür sein, dass viele Anleger großes Vertrauen in die zukünftige Wertentwicklung von ETH haben und sich dementsprechend gegenüber den anderen PoS-Chains eine bessere reale Rendite versprechen.

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