Das Shapella-Upgrade von Ethereum ist heute live gegangen. Mit der gleichzeitigen Umsetzung des Shanghai-Updates, welches es Stakern erlaubt, ihre im Staking-Contract hinterlegten ETH ab sofort jederzeit abzuziehen, knobeln viele Anleger darüber, was das nun für Auswirkungen auf den Ethereum Kurs haben könnte.

INHALT
  • Das Shapella-Upgrade ist heute um 0:30 Uhr deutscher Zeit live gegangen
  • Es handelt sich um das größte Update seit dem Merge und rundet den Übergang für Ethereum von PoW nach PoS ab
  • Mit einer Staking-Quote von 16 % hingt Ethereum anderen PoS-Blockchains noch weit hinterher

16,4 Millionen ETH sind nun auf freiem Fuß

Mit der Veröffentlichung der Beacon-Chain im Dezember 2020 wurde die Stake-Funktion von ETH aktiviert und das zweigleisige System von Proof of Stake (PoS) und Proof of Work (PoW) eingeführt. Im September 2022 verwandelte sich Ethereum in eine PoS-Chain und beendete das algorithmische Mining mit der Vollendung des Merge.

Das Shanghai-Upgrade als Teil des Shapella-Upgrades von Ethereum markierte den letzten Meilenstein der Blockchain in ihrem Übergang vom PoW zum PoS Konsensmechanismus. Damit rundet es eine Reihe von Verbesserungen zur Senkung der Transaktionskosten, zur Erhöhung der Transaktionsgeschwindigkeit und nun auch noch zur Freigabe der ETH-Stakes ab.

Derzeit hat die Zahl der PoS-Validierer im Ethereum-Netzwerk 510.000 überschritten. Diese staken insgesamt 16,4 Millionen ETH, um am Konsensmodell zu partizipieren. Das klingt nach einer ganzen Menge.

Entsprechend groß ist die Befürchtung, dass mit dem Shanghai-Update und der Möglichkeit diese ETH abzuziehen ein Abverkauf starten könnte, der den Ethereum Kurs in die Knie zwingt. Eine Angst, die meiner Meinung nach völlig unbegründet ist. Eher glaube ich, dass das Gegenteil der Fall sein wird und zwar vorrangig aus den folgenden zwei Gründen.

Warum es sich hier um ein bullisches Ereignis für Ethereum handelt

Wie wir auf Bitcoin-Bude bereits ausgiebig erklärt haben, können lediglich nur Bruchstücke der aktuell gestakten ETH pro Tag freigegeben werden. Diese Limitierung verhindert jegliches Bankrun-ähnliche Szenario, das gerne in Zusammenhang mit dem Shanghai-Update skizziert wurde. Durch LSD-Produkte gibt es sogar überhaupt keinen Grund dafür, dass Staker sehnsüchtig darauf warten sollten, an ihre ETH zu kommen. De facto haben sie durch Produkte wie Lido bereits jetzt Zugriff auf diese Liquidität.

Der zweite, in meinen Augen noch überzeugendere Grund ist allerdings die Tatsache, dass die Staking-Beteiligung auf Ethereum noch recht gering ausfällt. Derzeit liegt die Staking-Quote für ETH bei etwa 16 %. Auf anderen PoS-Chains liegt diese in der Regel zwischen 40 % und 70 %. Mit der Möglichkeit seine ETH erneut abzuziehen, erwarte ich, dass sich die Staking-Quote von Ethereum ebenfalls stark erhöhen wird.

Warum?

Weil es die ökonomisch richtige Entscheidung ist. Wer sich am Konsensmodell beteiligt, erhält einen Inflationsausgleich, da sie an den neu ausgegebenen ETH beteiligt werden. Die Erhöhung des Angebots von ETH passiert zu Lasten der Halter, aber nicht der Staker.

Das Shapella-Upgrade von Ethereum ist heute um 0:30 Uhr nach deutscher Zeit live gegangen. Dafür kam es zu einer Hardfork, die das Ethereum Improvement Proposal (EIP) 4895 umgesetzt hat. Sie markiert die erste größere Änderung seit dem Merge im vergangenen Jahr. Seitdem können Staker ihre ETH auch wieder abziehen. Zwar überwachen die Entwickler nach wie vor alles auf mögliche Probleme, aber bislang läuft alles wie geplant. Damit scheint eine große Unsicherheit beseitigt worden zu sein, die viele Anleger eventuell bislang vom Staking auf Ethereum abgehalten hat. Stattdessen dürfen sie sich jetzt einer größeren Flexibilität erfreuen.


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