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Dogecoin Schöpfer spricht über das Crypto-Kartell und sein effizientes Ausbeutungssystem

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Von Mister Coinlover-Juli 15, 2021

Der Mann hinter der in den sozialen Medien und bei Elon Musk so beliebten Kryptowährung Dogecoin (DOGE) holte jüngst zu einem Schlag gegen das gesamte Ökosystem aus.

Eines kann bereits hier verraten werden: Was er dabei an Kritik vom Stapel gelassen hat, war nicht ohne. Denn seiner Meinung nach verkörpert der gesamte Bereich der Kryptowährungen die „schlimmsten Teile des heutigen kapitalistischen Systems.“

Doch ist diese gepfefferte Ohrfeige auch angebracht? Schauen wir uns die Umstände etwas genauer an.

Dogecoin Gründer holt zum Schlag gegen Kryptowährungen aus

Jackson Palmer kehrte nach der Gründung von Dogecoin im Jahr 2013 den Kryptowährungen im Laufe der Jahre (zumindest in der Öffentlichkeit) immer mehr den Rücken zu. Nun stellte er klar, dass sich das auch nicht ändern wird.

Warum, erklärte er am gestrigen Mittwoch in einem Twitter-Thread, der seine Wellen geschlagen hat. Darin lässt er nämlich kein gutes Haar an der gesamten Industrie der Kryptowährungen. In seinen Tweets schreibt Palmer unter anderem:

Nach Jahren des Studiums, glaube ich, dass Kryptowährungen eine inhärente rechte, hyper-kapitalistische Technologie sind, die in erster Linie erschaffen wurde, um den Reichtum seiner Befürworter durch eine Kombination von Steuervermeidung, verminderte regulatorische Aufsicht und künstlich erzwungen Knappheit zu verstärken.

Laut ihm wird die Industrie der Kryptowährungen trotz ihres Schlachtrufs, der „Dezentralisierung“ heißt, von einem mächtigen Kartell wohlhabender Persönlichkeiten kontrolliert. Ein Kartell, welches sich mit der Zeit entwickelt hat, um viele der gleichen Institutionen zu integrieren, die mit dem bestehenden zentralisierten Finanzsystem verbunden sind. Eben genau dem gleichen zentralisierten Finanzsystems, das Kryptowährungen angeblich ersetzen wollen.

Kryptowährungen sind ein zwielichtiges Netz dunkler Machenschaffen

Die Industrie der Kryptowährungen nutzt laut dem Dogecoin Gründer ein Netzwerk von zwielichtigen Geschäftsverbindungen, gekauften Influencern und bezahlten Medien, um einen Kult ähnlichen „werde schnell reich“-Verkaufs-Funnel zu etablieren. Eine Masche, die einzig und allein dafür entwickelt wurde, um neues Geld von den finanziell Verzweifelten und Naiven abzugreifen.

Finanzielle Ausbeutung gab es zweifelsohne schon vor Kryptowährungen, doch sind diese für die Geschäftemacher effizienter, während ihre Beute aufgrund fehlender Regulierungen ungeschützter sind.

In Palmer’s Augen verkörpern Kryptowährungen damit mittlerweile die schlimmsten Teile des heutigen kapitalistischen Systems. Dazu zählt er Begleiterscheinungen wie beispielsweise Korruption, Betrug und Ungleichheit.

Währenddessen wird die Technologie hinter den Kryptowährungen ausgenutzt, um den Einsatz von Interventionen durch Prüfungen, Regulierung und Besteuerung zu erschweren. Funktionen, die laut dem Dogecoin Gründer als Schutz oder Sicherheitsnetz für die durchschnittliche Person dienen.

Sie haben das Passwort für Ihr Sparkonto verloren? Ihr Fehler.
Einem Betrug zum Opfer fallen? Ihre Schuld.
Milliardäre manipulieren die Märkte? Das sind Genies.

Dogecoin Gründer kehrt Kryptowährungen ein für alle Mal den Rücken zu

Für Palmer ist all das die Art von gefährlichem „frei-für-alle“-Kapitalismus, für den Kryptowährungen seiner Meinung nach von Anfang an entwickelt wurden.

Hier wurde ein Kult erschaffen, bei dem heutzutage bereits bei der bescheidenste Kritik an Kryptowährungen Verleumdungen von den Mächtigen drohen, welche diese Industrie kontrollieren und zudem den Kritiker den Zorn von Kleinanlegern einbrockt, denen das falsche Versprechen verkauft wurde, eines Tages ein Mit-Milliardär zu sein. Eine aufrichtige Debatte sei damit fast unmöglich.

Aus diesen Gründen beteilige sich der Dogecoin Gründer nicht mehr an öffentlichen Diskussionen über Kryptowährungen. Diese Industrie stimme weder mit seiner Politik noch mit seinem Glaubenssystem überein.

Es sei zudem zu Energie raubend, zu versuchen, mit denen zu diskutieren, die nicht bereit sind, sich auf eine geerdete Konversation einzulassen. Gleichzeitig zollt Palmer denjenigen Respekt, die trotz all dem „die Linse der rigorosen Skepsis“ anwenden, der alle Technologien unterliegen sollten.

Laut ihm können neue Technologien die Welt zu einem besseren Ort machen. Allerdings nicht, wenn sie wie im Fall der Kryptowährungen von der ihnen innewohnenden Politik oder den gesellschaftlichen Konsequenzen abgekoppelt werden.

DOGE sollte Leute zum Lachen bringen, doch zum Lachen ist Palmer nicht mehr zu Mute

Zweifelsohne war das eine saftige Ohrfeige für die gesamte Industrie hinter den Kryptowährungen und zwar von einem Mann, der geholfen hat, die aktuell achtgrößte Kryptowährung zu starten.

Nach einem Anstieg von 6.000% allein im letzten Jahr katapultierte sich Dogecoin (DOGE) unter die Top 10 der Kryptowährungen, gemessen an ihrer Marktkapitalisierung.

Dabei sollte Dogecoin nur eine scherzhafte Imitation von Bitcoin sein und zwar für diejenigen, die eine unbeschwerte Alternative zu der manchmal zu ernsten Welt von Bitcoin und Ethereum suchen.

Aber Jack Palmer ist zum Lachen nicht mehr zu Mute. Weder kann er darüber lachen, was aus Dogecoin geworden ist, noch erfreut er sich daran, in welche Richtung sich seiner Meinung nach die Industrie der Kryptowährungen entwickelt hat.

Nur verdrossene Worte eines Mannes, der ebenfalls Milliardär hätte werden können?

Doch wer glaubt, dass diese Kritik seitens Palmer aus dem Nichts kommt oder einzig und allein darauf zurückzuführen ist, dass er die Chance verpasst hat, selbst ein Milliardär zu werden, der irrt.

In 2015 umschrieb er das Ökosystem von Dogecoin bereits als „giftig“. In 2018, sagte er aus, dass Bitcoin ein „wenig kultig“ geworden war und dass die Technologie der Gesellschaft noch sehr viel mehr Wert hinzuzufügen muss.

Bereits damals hatte Palmer einige Punkte angesprochen, die er in seiner jüngsten Kritik erneut aufgegriffen hat. In einem damaligen Interview kommentierte der Dogecoin Gründer die schleichenden institutionellen Investitionen in den Bereich der Kryptowährungen mit den Worten:

Was es wirklich ist, ist eine re-Zentralisierung von einigen der Sachen, die Bitcoin versucht hat, zu dezentralisieren, richtig? Wenn wir an einen Punkt kommen, an dem die Geldverteilung in Bitcoin ziemlich identisch mit der der traditionellen Wall St. Banken aussieht, was haben wir dann wirklich erreicht?

Zu diesem Zeitpunkt hatte Palmer jedoch noch das, was man als skeptischen Optimismus gegenüber Kryptowährungen bezeichnen könnte. Er selbst hielt nach eigenen Angaben zumindest damals noch Bitcoin, Ethereum, Tezos und andere Altcoins.

Die Welt ist nicht Schwarz und Weiß

Nun kommen wir zu der entscheidenen Frage: Ist diese Kritik von Palmer wirklich berechtigt?

Unserer Meinung nach ist sie viel zu einseitig und auch nicht frei von Widersprüchen. Gleichzeitig ist seine Kritik aber auch nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Nicht zu leugnen ist, dass immer mehr von den gleichen Institutionen, die Kryptowährungen wie Bitcoin umgehen wollten, aktuell dabei sind, ihre Stellung in dieser Industrie aufzubauen und zu festigen.

Kult-Entwicklungen rundum Bitcoin von selbsternannten „Maxis“ sind zweifelsohne ebenfalls eine unangenehme Begleiterscheinung, während das „get rich quick“-Schema wohl noch nie so stark ausgeschlachtet wurde, wie jüngst.

Widersprüchlich ist es allerdings, dass der Dogecoin Gründer das Erschweren von Maßnahmen wie die der Regulierung und Besteuerung als Kritik aufführt, während er gleichzeitig bemängelt, dass die gleichen Institutionen hier integriert werden, die bereits mit dem bestehenden zentralisierten Finanzsystem verbunden sind.

Offensichtlich muss Palmer hier davon überzeugt sein, dass Regulierungen und Besteuerungen von Gutmenschen durchgeführt werden, die nichts weiter als den Schutz der Kleinanleger im Sinn haben. Doch sind es eben solche Hilfsmittel, die von den mächtigen Institutionen eingesetzt werden, um vielen den Weg zu etwas zu versperren oder zumindest zu erschweren, während für sie selbst die Tür dort hin weit offen steht.

Ohne zu weit ausufern zu wollen, lässt sich festhalten, dass Palmer’s Sicht der Dinge sich zu sehr auf das Negative beschränkt, während so viel Positives ausgeblendet oder zumindest ungenannt bleibt.

Was ist mit der eigenen finanziellen Autonomie und Autorität, die Kryptowährungen wie Bitcoin ermöglichen? Ist es nicht der Bereich von Kryptowährungen, der es dem „kleinen Mann“ ermöglicht, in großartige Menschen und ihre Ideen noch vor exponentiellen Wachstumsphasen zu investieren?

Wie sieht es mit der digitalen Anonymität aus, die Diskriminierung verhindert und jedem von uns, ungeachtet unserer ethnischen Herkunft, Lebensumstände und Überzeugungen uneingeschränkten Zugang zu einem dezentralen Finanzsystem ermöglicht?

Sind das nicht alles positive Dinge, die uns Kryptowährungen ermöglichen?

Palmer’s Auftritt gleicht einem Buch, in dem all die schlechten Dinge aufgezählt werden, die durch das Internet möglich geworden sind. Dabei wird nicht eine Seite darauf verwendet, ebenfalls die positiven Dinge zu beleuchten, die der Menschheit damit geschenkt wurden.

Die große Wahrheit des Lebens ist nun einmal, dass nichts perfekt ist. Nichts ist einfach nur gut oder schlecht. Die Welt teilt sich nicht in Schwarz und Weiß auf. Vielmehr ist es ein breites Spektrum an verschiedenen Farbtönen, die nahtlos ineinander übergehen. Entsprechend schenkt einem eine einseitige Betrachtung der Dinge im besten Fall nur ein Bruchteil der ganzen Wahrheit.

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