Key-Takeaways dieser Ethereum News:

  • Ethereum erreicht neue Aktivitätsrekorde und gleichzeitig steigt der Staking-Backlog auf über 2,55 Mio. ETH mit 48,66 Tagen Wartezeit.
  • Der Markt bleibt skeptisch, weil ein großer Teil der Rekord-Transaktionen offenbar von Spam/Scams (Address Poisoning) getrieben sein könnte, während der Staking-Backlog steigt.
  • Wenn institutionelles Staking weiter eskaliert und gleichzeitig „Fake Activity“ zunimmt, wird 2026 zur Bewährungsprobe für Ethereums Messwerte, Skalierung und Vertrauen.

Ethereum liefert gerade Schlagzeilen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen: Rekordaktivität auf der Chain, erhöhte Staking-Nachfrage, aber kaum Kursdynamik. Das riecht zunächst nach einem typischen „Bullensignal ohne Kursreaktion“. Doch eine genauere Analyse dieser Entwicklungen zeigt, dass Anleger bei ETH aktuell zurecht zurückhaltend sind. Was hier tatsächlich vorliegt, sind ein Scam-Muster und ein Trend, der das institutionelle Interesse an der Altcoin stagnieren könnte.

Anleger, die Ethereum 2026 nicht nur „halten“, sondern verstehen wollen, sollten bei dieser Ethereum News daher genauer hinschauen.

Ethereum verzeichnet Rekord-Aktivität: Der Grund ist allerdings Spam anstatt echter Nachfrage

Ethereum meldet aktuell einen neuen Allzeitrekord bei der On-Chain-Aktivität: nahezu 2,9 Millionen Transaktionen an einem einzigen Tag. Was in früheren Marktphasen sofort als bullisher Beweis für steigende Nachfrage gewertet worden wäre, wirkt dieses Mal allerdings überraschend „ernüchternd“. Denn obwohl gleichzeitig die durchschnittlichen Gebühren des Netzwerkes niedrig geblieben und die Validator-Exit-Queues auf null gefallen sind, liefert der Markt keine typische Reaktion.

Aktuelle Ethereum News berichten von einem neuen Rekordhoch der Netzwerkaktivität.
Transaktionen auf Ethereum pro Tag. Bildquelle: Etherscan.

Der Ethereum Kurs brach in der jüngsten Abwärtsbewegung des Marktes erneut doppelt so stark ein wie der Bitcoin Kurs und handelt aktuell zu einem Preis von knapp 2.960 US-Dollar.

Ethereum Kurs und Bitcoin Kurs im direkten Vergleich auf Coingecko.
Ethereum Kurs vs. Bitcoin Kurs aktuell. Bildquelle: Coingecko.

Genau diese Diskrepanz ist der eigentliche Kern dieser Ethereum News: Das Rekordhoch der Netzwerkaktivität sieht zwar beeindruckend aus, aber es könnte nicht die Art von Wachstum sein, die Anleger eigentlich sehen wollen.

Address Poisoning vergiftet das Netzwerk von Ethereum

Laut einer Analyse von On-Chain-Researcher Andrey Sergeenkov könnte ein großer Teil der Aktivitätswelle auf eine groß angelegte Scam-Strategie zurückzuführen sein: Address Poisoning. Dabei senden Angreifer winzige Stablecoin-Transfers („Dust“) an tausende oder sogar hunderttausende Wallets, um betrügerische Lookalike-Adressen in die Transaktionshistorie der Opfer einzuschleusen. Da viele Wallets nur die ersten und letzten Zeichen einer Adresse anzeigen, kann es später passieren, dass Nutzer beim Copy & Paste aus dem Verlauf versehentlich an den falschen Empfänger überweisen.

Besonders auffällig dabei: Das ungewöhnliche Wachstum hängt stark an Stablecoins. Laut Sergeenkov machen sie rund 80 % der „ungewöhnlichen“ neuen Adressaktivität aus.

80 % der Transaktionen während des Rekordhochs auf Ethereum waren kleine Stablecoin-Transaktionen
Anteil von Stablecoins an den Transaktionen. Bildquelle: Andrey Sergeenkov, Dune.

Noch deutlicher wird es bei Erstinteraktionen: Etwa 67 % der neu aktiven Adressen erhielten weniger als 1 Dollar als erste Stablecoin-Übertragung – ein Muster, das eher nach automatisiertem Spamming aussieht als nach organischer Nutzer-Onboarding-Dynamik. In der Auswertung fielen rund 3,86 Millionen von 5,78 Millionen Adressen in die Kategorie „Poisoning Dust“ als erste Stablecoin-Transaktion.

Ethereums Fusaka-Upgrade macht den Angriff möglich

Ein entscheidender Punkt für die Einordnung ist dabei der Kosteneffekt: Sergeenkov argumentiert, dass die Angreifer genau jetzt skalieren, weil seit Anfang Dezember die Transaktionskosten deutlich gesunken sind. Unter anderem durch die Effekte des Fusaka-Upgrades.

Was für Ethereum technisch zunächst wie ein Erfolg aussieht (günstiger, schneller, stabiler), hat damit auch eine Schattenseite: Wenn Fees extrem niedrig sind, wird nicht nur Onboarding günstiger – sondern auch Spam. Und genau deshalb wird „Record Activity“ plötzlich weniger als Nachfrage-Indikator verstanden, sondern eher als potenziell verzerrte Kennzahl.

Für Anleger bedeutet das: Hohe Transaktionszahlen sind aktuell kein automatisches Bullensignal mehr. Ethereum könnte technisch hervorragend funktionieren, aber wenn ein relevanter Anteil der Aktivität aus automatisierten Scam-Massenaktionen entsteht, ist der Rekord eher ein Warnsignal als ein Auslöser für eine positive Neubewertung.

Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) stehen sich gegenüber

💡Lies mehr darüber in: Ethereum löst damit kritisches Problem, das Bitcoin nicht beheben will – aber warum?

Lese unseren Deep Dive, um zu verstehen, warum genau solche Entwicklungen langfristig entscheiden, wie „neutral“ und „vertrauenswürdig“ Ethereum im Vergleich zu Bitcoin wirklich ist.

Und während Anleger noch versuchen, zu verstehen, ob Ethereums Aktivitätsdaten real oder künstlich aufgeblasen sind, passiert im Hintergrund schon die nächste strukturelle Verschiebung: Staking-Nachfrage im Milliardenmaßstab taucht auf – mit Implikationen für die zukünftige institutionelle Nachfrage.

8,3 Milliarden US-Dollar in der Warteschlange: BitMine verstopft den Validator-Entry

Während Ethereum also neue Aktivitätsrekorde meldet, eskaliert parallel ein Thema, das langfristig deutlich mehr Konsequenzen für ETH haben könnte: Staking wird wieder knapp und zwar nicht aus Retail-Hype, sondern aus Treasury-Strategien. Aktuell stehen mehr als 2,8 Millionen ETH in der Warteschlange, um als Validator aktiviert zu werden.

Ethereum News berichten über die größte Warteschlange beim ETH Staking sein über einem Jahr.
Anzahl an ETH, die dem Ethereum Staking beitreten (blau) wollen oder es verlassen wollen (rot). Bildquelle: ValidatorQueue.com.

Beim aktuellen Ethereum Kurs entspricht diese Menge einem Marktwert von knapp 8,3 Milliarden US-Dollar. Die geschätzte Wartezeit liegt bei über 48,66 Tagen, bevor neue Validatoren überhaupt anfangen können, Rewards zu verdienen. Das ist der größte Backlog seit Juli 2023.

Das ist vor allem deshalb so relevant, weil Ethereum diese Art von Druck schon mal erlebt hat – nur andersrum: Im September/Oktober gab es Exit-Stau durch institutionelle Umstrukturierungen (u. a. beim Staking-Anbieter Kiln). Jetzt ist es das Gegenteil: Exit entspannt, Entry blockiert.

Warum Ethereum überhaupt eine Staking-Warteschlange hat

Ethereum kann nicht unbegrenzt viele Validatoren gleichzeitig aktivieren. Das Netzwerk begrenzt bewusst die tägliche Anzahl neuer Validatoren, um Stabilität und Sicherheit zu erhalten. Wenn zu viele Akteure gleichzeitig staken wollen, landen sie automatisch in einer Queue.

Das ist kein Bug, sondern ein Schutzmechanismus: Ethereum verhindert so, dass das Validator-Set in kurzer Zeit „kippt“ oder institutionelle Bewegungen zu abrupten Netzwerkeffekten führen.

Nur: Genau diese Regel wird nun zum Engpass, weil das Kapitalvolumen gerade extrem einseitig in dieselbe Richtung drückt.

BitMine als institutioneller Auslöser – und warum das ETF-Staking noch alles verschärfen könnte

Im Zentrum der aktuellen Bewegung steht BitMine Immersion (BMNR), ein Ethereum-Treasury-Unternehmen unter Führung von Tom Lee (Fundstrat). Laut Bericht besitzt BitMine über 13 Milliarden US-Dollar in ETH und hat bereits über 1,25 Millionen ETH gestaked – also mehr als ein Drittel seiner Bestände.

Damit hat BitMine nicht nur ein Signal gesetzt, sondern faktisch einen Engpass erzeugt: Der Entry-Backlog ist nicht „Marktchaos“, sondern in großen Teilen institutionell verursacht.

Und es könnte noch mehr kommen: BitMine hält laut Bericht fast 3 Millionen ETH zusätzlich auf der Bilanz, die noch nicht im Staking-System aktiv sind. On-Chain-Daten zeigen zudem, dass das Unternehmen in den letzten Tagen hunderte Millionen Dollar in ETH bewegt hat. Eventuell zur Vorbereitung weiterer Staking-Aktivierungen.

Die größere Story ist aber die institutionelle Perspektive: Dieser Staking-Backlog entsteht in einer Phase, in der regulatorisch eine neue Tür aufgeht – nämlich für ETF-Staking in den USA. BlackRock hat im Dezember bereits einen Antrag für einen „staked Ether ETF“ gestellt, Grayscale ebenfalls.

Gleichzeitig heißt es aus dem Staking-Sektor, dass viele genehmigte ETPs und Treasury-Player noch nicht vollständig „aktiviert“ sind, obwohl diese Vehikel gemeinsam einen relevanten Anteil am ETH-Angebot halten. Diese Vehikel halten zusammen aktuell etwa 10 % des zirkulierenden Angebots von Ethereum. Damit ist der institutionelle Anteil der insgesamt zirkulierenden ETH von 7 % im August 2025 um weitere drei Prozentpunkte gestiegen.

Das bedeutet: Die Warteschlange könnte nicht nur ein kurzfristiges Phänomen sein, sondern ein strukturelles Signal für eine kommende Staking-Welle.

Für institutionelle Investoren ist das ein handfester Faktor: Wer knapp 49 Tage warten muss, verliert fast zwei Monate an Yield-Einnahmen. Und genau das kann Asset-Manager zwingen, ihre Timing- und Allokationsmodelle anzupassen, was wiederum mittelfristig Auswirkungen darauf haben kann, wie Ethereum im Vergleich zu anderen Assets bewertet wird.

Was Anleger aus dieser Ethereum News lernen sollten

Ethereum zeigt aktuell zwei gegensätzliche Formen von Aktivität: Transaktionsrekorde, die nach Spam riechen und Staking-Nachfrage, die so real ist, dass sie die Infrastruktur ausbremst.

Und genau daraus entsteht das entscheidende Bild für Anleger: 2026 wird nicht nur ein Jahr der Ethereum-Upgrades, sondern ein Jahr, in dem der Markt neu lernen muss, welche Kennzahlen wirklich zählen. Denn ob es um Makro, ETF-Flows oder strukturelle Nachfrage geht – die spannendste Frage ist nicht mehr „Was passiert auf Ethereum?“, sondern „Welcher Kapitalstrom dominiert gerade den Markt?“.

Wenn du diesen Rahmen wirklich verstehen willst, lohnt sich als Nächstes ein Blick auf die größere Marktlogik hinter den Kapitalbewegungen: Zinsen, ETF-Ströme und die neue Hierarchie im Krypto-Markt.

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