Nach einem schwachen Jahresende 2025 meldet sich der Kryptomarkt Anfang Januar 2026 vorsichtig zurück. Bitcoin kann sich stabilisieren, einzelne Altcoins zeigen erste Stärke, und das Narrativ rund um Zinssenkungen, ETFs und institutionelle Adoption gewinnt wieder an Fahrt. Auf den ersten Blick scheint sich die Lage zu entspannen.
Doch gerade in dieser Phase entscheidet sich, ob aktuelle Kursbewegungen der Auftakt eines größeren Trends sind oder lediglich eine temporäre Reaktion auf verbesserte Liquiditätsbedingungen.
Der vorliegende Marktbericht geht deshalb bewusst über kurzfristige Preisbewegungen hinaus. Er analysiert die strukturellen Faktoren, die den Kryptomarkt in den kommenden Wochen und Monaten prägen dürften: die wachsende Kluft zwischen Markt- und Fed-Erwartungen, die Rolle von Altcoin-ETFs, die zunehmende Bedeutung von Stablecoins als Liquiditätsindikatoren und die Frage, warum Bitcoin trotz ähnlicher Rahmenbedingungen hinter Metallen zurückblieb – und was das für die Zukunft bedeutet.
Wer verstehen will, warum der aktuelle Aufschwung mehr ist als nur ein Stimmungswechsel, und welche Signale jetzt wirklich zählen, findet in diesem Bericht eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die nächsten Marktphasen.
Zinsparadox: Kurzfristig locker, langfristig restriktiv
Der hier aufbereitete Bericht wurde von Binance Research veröffentlicht und geht unter anderem auf ein makroökonomisches Spannungsfeld ein: Während die Märkte kurzfristig mit stärkeren Zinssenkungen rechnen, erwarten sie langfristig höhere Zinsen aufgrund von Fiskaldominanz und steigender Staatsverschuldung.
Die Abbildung zum Zinsparadox stellt den Bitcoin Kurs, die Effective Federal Funds Rate (EFFR), Markterwartungen am Terminmarkt sowie die offiziellen Projektionen der US-Notenbank (FOMC Dot Plot) gegenüber. Daraus ergibt sich ein zentrales Spannungsfeld: Markt und Fed verfolgen aktuell zwei unterschiedliche makroökonomische Narrativen. Genau diese Divergenz bildet laut Bericht die Grundlage für die derzeitige Asset-Allokation vieler Investoren.
Kurzfristig (2026–2027) positioniert sich der Markt deutlich dovisher als die Fed selbst. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die US-Notenbank die wirtschaftliche Fragilität unterschätzt oder dass der geplante Führungswechsel im Jahr 2026 einen klaren Kurswechsel einleiten könnte. Alle vier diskutierten Kandidaten für den Fed-Vorsitz gelten als spürbar expansiver als Jerome Powell. Hinzu kommen verzögert wirkende Belastungsfaktoren wie Handelskonflikte, geopolitische Spannungen, potenzielle Lieferkettenstörungen sowie erste Risse im Arbeitsmarkt. In der Summe rechnet der Markt daher mit schnelleren und tieferen Zinssenkungen, als es die offiziellen Projektionen aktuell vorsehen.
Langfristig (ab 2028) zeigt sich jedoch ein gegenteiliger Trend. Während die Fed weiterhin eine Rückkehr zu einem neutralen Zinsniveau von rund 3 % signalisiert, preist der Markt ein dauerhaft höheres Zinsumfeld ein. Hintergrund ist das Konzept der sogenannten „Fiscal Dominance“: Eine US-Staatsverschuldung von über 38 Billionen US-Dollar – mit Projektionen von über 50 Billionen bis 2030 – sowie strukturelle Inflationstreiber, etwa durch energieintensive KI-Infrastruktur, führen dazu, dass Investoren eine höhere langfristige Risikoprämie verlangen. Das impliziert eine strukturelle Neubewertung der Kapitalkosten und das Ende der Ära extrem niedriger Zinsen.
Für Bitcoin ergibt sich daraus ein ambivalentes, aber potenziell günstiges Umfeld. Zwar blieb der BTC-Preis zum Jahresende 2025 durch Liquiditätsengpässe gedämpft, doch sollte sich dieses Szenario bewahrheiten, trifft Bitcoin genau auf das Umfeld, das ihm historisch zugutekommt: kurzfristig mehr billige Dollar-Liquidität, kombiniert mit langfristiger Erosion von Fiskaldisziplin und Fiat-Kaufkraft. Diese Kombination könnte sich mittelfristig als struktureller Rückenwind für Bitcoin erweisen – sobald die Liquidität tatsächlich in den Markt zurückkehrt.
Entwicklung des Kryptomarkts: Schwäche trotz geldpolitischer Lockerung
Im Dezember 2025 sank die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarkts um 3,8 %. Damit setzte sich der negative Trend der Vormonate fort. Bemerkenswert ist, dass diese Entwicklung trotz Zinssenkungen der US-Notenbank stattfand – ein Zeichen für die weiterhin vorsichtige Haltung der Investoren.
Bitcoin und Ethereum erhöhten ihre Marktdominanz auf 59,1 % bzw. 12 %, was darauf hindeutet, dass Kapital in defensivere Large-Caps umgeschichtet wurde. Gleichzeitig setzten Unternehmen mit Krypto-Treasury-Strategien ihre Akkumulation fort, was langfristiges Vertrauen signalisiert.

Der Ausblick auf 2026 bleibt laut dem Bericht jedoch konstruktiv: Da viele traditionelle Assetklassen bereits aktuell als überbewertet gelten, könnte eine Rotation zurück in Kryptowährungen einsetzen.
Performance der größten Kryptowährungen: BTC, ETH, XRP, SOL, DOGE & Co.
Die Kursentwicklung der größten Kryptowährungen zeigt im Dezember ein stark divergierendes Bild. Einzelne Assets konnten sich dank spezifischer Entwicklungen behaupten, während der Großteil der Top-10 deutliche Verluste verzeichnete.
In absteigender Reihenfolge der Performance:
- Bitcoin Cash (BCH): BCH war der stärkste Performer unter den großen Kryptowährungen und legte um 8,3 % zu. Rückenwind kam durch ein technisches Upgrade, das die Integration mit dem NEAR-Netzwerk ermöglicht. Diese Interoperabilität erleichtert Cross-Chain-Anwendungen und stärkt BCHs Position innerhalb eines zunehmend modularen Blockchain-Ökosystems.
- TRON (TRX): TRX verzeichnete ein leichtes Plus von 0,7 %. Unterstützt wurde der Kurs durch die Ankündigung, dass Kalshi, einer der größten Prediction-Markets, die Tron-Blockchain integrieren wird. Diese Entwicklung dürfte langfristig die Liquidität im Bereich dezentraler Prognosemärkte erhöhen.
- Ethereum (ETH): ETH gab im Dezember um 1,9 % nach – trotz überwiegend positiver Fundamentaldaten. Die Fusaka-Upgrade-Implementierung verlief erfolgreich, und mit Blick auf den Glamsterdam-Fork sowie das Hegota-Upgrade 2026 nahm die regulatorische und technische Klarheit weiter zu. Kurzfristig überwog jedoch die allgemeine Marktschwäche.
- Bitcoin (BTC): Bitcoin fiel zwischenzeitlich auf rund 84.500 USD, ein Niveau, das zuletzt im April 2025 erreicht wurde. Zum Monatsende erholte sich der Kurs auf etwa 88.500 USD, was einem Monatsverlust von 3,2 % entspricht. Trotz Zinssenkungen blieb frisches Kapital aus, während Anleger defensiv agierten.
- Binance (BNB): BNB fiel um 5,8 % und bewegte sich weitgehend im Einklang mit dem breiteren Markt. Spezifische negative Ereignisse blieben aus, dennoch konnte sich der Token der allgemeinen Risikoaversion nicht entziehen.
- Chainlink (LINK): LINK verlor 6,3 % im Dezember. Bemerkenswert ist dies vor allem deshalb, weil zeitgleich der erste LINK-ETF von Grayscale den Handel aufnahm. Der Kursrückgang verdeutlicht, dass ETF-Starts kurzfristig nicht zwangsläufig preistreibend wirken – insbesondere in einem schwachen Gesamtmarkt.
- Solana (SOL): SOL verlor 9,1 %, trotz bedeutender positiver Nachrichten. Visa startete USDC-Abwicklungen auf Solana für institutionelle US-Kunden, und der lang erwartete Firedance-Validator-Client ging auf dem Mainnet live. Die Kursentwicklung zeigt, dass fundamentale Fortschritte in der aktuellen Marktphase nur begrenzte Wirkung entfalten.
- Ripple (XRP): XRP fiel um 15,2 %, obwohl das institutionelle Interesse hoch bleibt. XRP-ETFs verzeichneten kumulierte Zuflüsse von über 1 Mrd. USD, was die Diskrepanz zwischen Kapitalströmen und kurzfristiger Preisentwicklung unterstreicht.
- Cardano (ADA): ADA setzte seinen Abwärtstrend fort und verlor 17,1 %. Hoffnung kommt vom Midnight-Protokoll, einem neuen Privacy-Layer, der Cardanos DeFi-Ökosystem stärken und neue Nutzer anziehen soll. Kurzfristig konnte dies den Verkaufsdruck jedoch nicht bremsen.
- Dogecoin (DOGE): DOGE war der größte Verlierer unter den Top-10 und fiel um 17,7 %. Ohne neue Narrative oder fundamentale Impulse traf die Abkehr von spekulativen Assets den Meme-Coin besonders stark.

💡Lies auch: Krypto-Analysebericht für Januar
Erfahre nicht nur was war, sondern was sein wird! In unserem Premium-Club analysieren wir für dich die Preisaussichten der beliebtesten Kryptos.
Warum Metalle den Bitcoin Kurs 2025 überholt haben
Ein zentrales Highlight des Berichts ist die Analyse, warum Metalle Bitcoin im Jahr 2025 deutlich outperformt haben.
Beide Anlageklassen profitieren zwar von ähnlichen makroökonomischen Faktoren wie Inflation und geopolitischer Unsicherheit, doch es gibt einen entscheidenden Unterschied: staatliche Unterstützung.
Metalle profitieren von:
- aggressiven Zentralbankkäufen,
- strategischer Kontrolle von Lieferketten,
- geopolitischer „Weaponization“ von Rohstoffen.
Bitcoin hingegen fehlt bislang dieser „Strategic Asset Premium“. Laut Binance Research könnte sich das jedoch ändern, wenn die USA ihre Pläne für eine strategische Bitcoin-Reserve weiter vorantreiben. Vorerst hatten sich Metalle dadurch zur herausragenden Anlageklasse des Jahres 2025 entwickelt, wobei sowohl Edelmetalle als auch Industriemetalle neue Allzeithochs erreichten. Diese Rallye wird laut dem Bericht durch eine „perfekte Sturmkonstellation“ aus drei zusammenwirkenden Faktoren angetrieben:
- Monetäre und physische Nachfrage: Die Zinssenkungen der Fed und niedrigere Realrenditen haben die Investitionsnachfrage wiederbelebt, während die Käufe der Zentralbanken und der Bau von KI-Rechenzentren (die den Kupfer- und Silberpreis beflügeln) für eine feste Untergrenze sorgen.
- Angebotsengpässe: Silber steht vor einem potenziellen „Short Squeeze”, der durch Störungen im Bergbau und Substitutionseffekte im Einzelhandel ausgelöst wird.
- Das Paradigma der „Rohstoffkontrolle”: Eskalierende geopolitische Spannungen (Venezuela,
Nigeria und APAC) haben die Marktnarrative vom freien Handel hin zur „Sicherheit der Lieferkette”
verschoben.
ETF-Ströme: Kapital wandert in Altcoins
Ein weiterer bemerkenswerter Trend sind die ETF-Zuflüsse in Altcoins. Während BTC- und ETH-ETFs seit Monaten Abflüsse verzeichnen, überschritten Altcoin-ETFs kumulativ die Marke von 2 Mrd. USD.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Altcoin-ETFs nicht nur Kapital umschichten, sondern neue Investorenkanäle für traditionelle Anleger öffnen.
DeFi: Rückgang der TVL, aber stabile Stablecoin-Nachfrage
Der Total Value Locked (TVL) im DeFi-Sektor sank im Dezember um 1,76 %. Innerhalb der großen Ökosysteme konnten nur Ethereum, Tron und Arbitrum Marktanteile hinzugewinnen, während BNB Chain und Solana Anteile verloren.
Auffällig ist jedoch die zunehmende Nutzung von Stablecoins. In Phasen erhöhter Volatilität griffen Investoren verstärkt auf stabile Wertaufbewahrungsmittel zurück. Die gesamte Stablecoin-Marktkapitalisierung blieb mit über 300 Mrd. USD auf einem hohen Niveau. Die Marktkapitalisierung von USDT verzeichnete dabei ein moderates Wachstum, während USDC zurückging, wodurch sich die Kluft zwischen den beiden wichtigsten Akteuren auf dem Stablecoin-Markt vergrößerte.
Sechs neue Stablecoins knacken die Milliarden-Dollar-Schwelle
Sechs neue Stablecoins erreichten 2025 jeweils über 1 Mrd. USD Marktkapitalisierung. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen konsumorientierten und institutionellen Stablecoins.
Institutionelle Coins wie BUIDL oder RLUSD wiesen kontrollierte, stetige Wachstumsprofile auf, während konsumorientierte Stablecoins stark schwankten. Binance Research argumentiert, dass Stablecoin-Daten künftig als Echtzeit-Indikatoren globaler Finanzaktivität dienen könnten.
NFT-Markt: Anhaltende Abkühlung
Der NFT-Sektor setzte seinen Abwärtstrend fort. Das monatliche Handelsvolumen sank im Dezember um 7,47 % und erreichte den niedrigsten Stand des Jahres.
Ethereum-NFTs blieben zwar führend, verloren jedoch massiv an Volumen. Bitcoin-NFTs konnten hingegen dank einzelner Kollektionen zulegen. Vorrangig Dank der NFT-Kollektion $X@AI konnten Bitcoin-basierte NFTs einen Anstieg des Verkaufsvolumens um 50 % verzeichnen. Die beliebten Ethereum-basierten NFTs Pudgy Penguins, Bored Ape Yacht Club und CryptoPunks verzeichneten hingegen alle einen starken Rückgang des Verkaufsvolumens.
Wichtige Events und Token-Unlocks im Januar 2026
Zu guter Letzt wollen wir noch einen Blick auf wichtige Konferenzen, wirtschaftliche Events und große Token-Unlocks im Januar werfen. Angefangen mit den größten anstehenden Krypto-Events in diesem Monat:
Wichtig sind natürlich auch Token-Unlocks, die ebenfalls kurzfristig Einfluss auf die Marktliquidität haben können. Besonders große Unlocks stellen potenzielle Angebotsrisiken dar und sollten von Anlegern aufmerksam verfolgt werden.
Der mit Abstand größte ist der am 18. Januar für ONDO. Insgesamt sollen 742 Millionen Token freigeschaltet werden, die in ihrer Summe 19,4 % des Angebots darstellen.
Fazit: Übergangsphase mit strukturellen Weichenstellungen
Was der Bericht skizziert, ist, dass sich der Kryptomarkt Anfang 2026 in einer Übergangsphase befindet. Kurzfristig dominieren Vorsicht und Liquiditätsengpässe, doch strukturell verdichten sich Signale für eine Neubewertung digitaler Assets. Potenzielle Treiber dieser Bewegung sind die zunehmende ETF-Infrastruktur, Stablecoin-Adoption und mögliche staatliche Bitcoin-Strategien.
Für Anleger bedeutet das: weniger Fokus auf kurzfristige Preisbewegungen, mehr Aufmerksamkeit für Liquiditätsindikatoren, makroökonomische Signale und strukturelle Kapitalflüsse. Wenn du dir genau das wünscht und noch viele weiteren wertvollen Insights zum Kryptomarkt, dann schaue dir jetzt unseren Premium-Club an und erwäge eine unserer attraktiven Mitgliedschaften.
📲 Direkt auf dein Smartphone: Lass dich über unseren Telegram-Channel automatisch über alle Neuigkeiten am Markt informieren. Tritt jetzt bei!









