Was ist ein sich verbreiterndes Top (Broadening Top)

Chartmuster, Handel

So holst du das meiste aus sich verbreiternden Tops (Broadening Tops) heraus

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Von Mister Coinlover-Februar 28, 2021

Sich verbreiternde Tops weisen überraschende Resultate auf. Wer sich mit ihnen auskennt, kann nicht nur weitverbreitete und kostspielige Fehler vermeiden, sondern auch die profitabelsten ihrer Art schnell identifizieren.

Übersicht

Art:

  • Umkehrmuster, Fortsetzungsmuster

Fehlerquote:

  • 4%

Erreichung des Mindestkursziels:

  • 75% (Kursanstieg), 64% (Kursrückgang)

Performance (Kursanstieg):

  • durchschnittl. 34%
  • wahrscheinlichste 15%

Performance (Kursrückgang):

  • durchschnittl. 23%
  • wahrscheinlichste 10-20%

Sich verbreiternde Tops gelten als Umkehrmuster und werden im Englischen Broadening Tops genannt. Sie gelten für viele als das bearische Pendant zu Broadening Bottoms. Zu Unrecht, wie wir in diesem Artikel zeigen werden.

Beide Chartmuster entwickeln sich ähnlich, aber es gibt Abweichungen in ihrer Performance, die eine klare Unterscheidung aus diesem und einiger anderer Gründe sinnvoll macht. In diesem Artikel werden wir dir also verraten, welche Eigenheiten diese Chartformation inne hat, wie zuverlässig sie ist, wie du sie am profitabelsten handeln kannst und ob die Theorie der Praxis überhaupt stand hält.

Fangen wir also an und werfen einen Blick darauf, was sich verbreiternde Tops alles zu bieten haben.

Die statistischen Auswertungen der hier behandelten Chartformation stammen aus der Enzyklopädie der Chartmuster von Thomas N. Bulkowski. Dieses Buch ist ein mächtiges Werkzeug für jeden ambitionierten Trader und basiert ausschließlich auf Daten.


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So identifizierst du ein sich verbreiterndes Top richtig

Einem sich verbreiternden Top geht ein mittelfristiger Aufwärtstrend voraus. Die Formation selbst sieht wie ein Megaphon aus. Die zwei Trendlinien, die diesen optischen Eindruck verstärken, verbinden immer höher werdende Hochs und immer tiefer werdende Tiefs miteinander. Dabei sollten mindestens jeweils 2 Hochs und Tiefs auftauchen. Ihre Abfolge muss allerdings nicht zwingend abwechselnd (Hoch, Tief, Hoch, Tief) auftreten. Abb.1 zeigt einen beispielhaften Verlauf der Formation.

Chartformation, sich verbreiternde Tops und wie man sie identifiziert

Abb.1: Beispielhafter Verlauf eines sich verbreiternden Tops

Das Volumen verläuft während der Formationsausbildung unregelmäßig. In der Regel steigt es bei der Ausbildung von Hochs und sinkt bei der Ausbildung von Tiefs. Die Dauer der Formationsausbildung beträgt normalerweise nicht mehr als 3 Monate.

Die überraschende Erkenntnis bei dieser in der Theorie strikt bearischen Formation ist dieselbe wie bei sich verbreiternden Bodenbildungen, denn auch hier kann der Ausbruch entgegen weit verbreiteter Annahmen in beide Richtungen erfolgen. Wie du aber frühzeitige Anzeichen der Ausbruchsrichtung erkennen kannst und worin der Unterschied zu Bodenbildungen liegt, schauen wir uns in den folgenden Kapiteln an.

Zur Kapitelübersicht: sich verbreiternde Tops zurückspringen

Die Ausbruchsrichtung frühzeitig erkennen

Wie bereits geschrieben, können sich verbreiternde Tops als Konsolidierung, bzw. Fortsetzungsmuster oder aber als Umkehrmuster erweisen. Bei Fortsetzungsmustern kommt es zu einem Ausbruch nach oben, also einer Fortsetzung des vorigen Trends. Bei einem Umkehrmuster erfolgt ein Ausbruch nach unten. Knapp 53% aller sich verbreitender Tops erweisen sich als Fortsetzungs- und 47% als Umkehrmuster. Um die tatsächliche Ausbruchsrichtung identifizieren zu können, muss also streng genommen der Durchbruch der unteren oder oberen Trendlinie abgewartet werden. Trotzdem bieten sich hin und wieder Gelegenheiten, die eine wahrscheinlichere Ausbruchsrichtung erkennen lassen. Über genau solche Gelegenheiten wollen wir jetzt sprechen.

Die Rede ist von vorübergehenden Kursanstiegen und -rückgängen. Sie sind recht zuverlässige Indikatoren für die Ausbruchsrichtung und erlauben damit das frühzeitige Platzieren eines Handelsauftrags. Bei Broadening Tops erfolgt auf einen vorübergehenden Anstieg in 65% der Fälle ein Ausbruch nach unten und bei vorübergehenden Rückgängen in eindrucksvollen 86% ein Ausbruch nach oben. Letztere Variante zeigt Abb.2.

Ein sich verbreiterndes Top mit einem vorübergehenden Kursrückgang und Ausbruch nach oben

Abb.2: Auf einen vorübergehenden Kursrückgang erfolgt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein Ausbruch nach oben.

Merke:
Das Identifizieren von vorübergehenden Kursanstiegen und -rückgängen können dir dabei helfen, die wahrscheinlichste Ausbruchsrichtung frühzeitig zu erkennen. Insbesondere ein vorübergehender Kursrückgang ist ein starkes Indiz dafür, dass der vorige Aufwärtstrend fortgesetzt wird und es sich hier nicht um ein Umkehrmuster handelt.

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Die Trading-Taktik für Broadening Tops

Du weißt jetzt, wie du ein sich verbreiterndes Top erkennst und seine wahrscheinlichste Ausbruchsrichtung frühzeitig identifizieren kannst. Jetzt sehen wir uns an, wie du das Kursziel richtig berechnest, um die Formation möglichst gewinnbringend zu handeln.

Das Mindestkursziel wird berechnet, indem der Abstand zwischen dem höchsten Hoch (A) und dem niedrigsten Tief (B) innerhalb der Formation gemessen wird. Diese Differenz wird anschließend zum höchsten Hoch hinzuaddiert, bzw. vom tiefsten Tief subtrahiert (abhängig von der Ausbruchsrichtung), um das Mindestkursziel (C) zu errechnen. Abb.3 zeigt, eine solche Abmessung und Bestimmung des Kursziels im Falle eines Ausbruches nach oben.

Sich verbreiternde Tops (Broadening Tops) und die Berechnung ihres Mindestkursziels

Abb.3: So berechnest du das Mindestkursziel.

Das Chartmuster weist für beide Ausbruchsrichtungen mit einer Fehlerquote von jeweils 4% eine extrem hohe Zuverlässigkeit auf. Auch die Berechnung des Mindestkursziels bietet hier einen zuverlässigen Richtwert. Bei Ausbrüchen nach oben wird dieses in 75% der Fälle erreicht oder überschritten, bei Ausbrüchen nach unten sind es immerhin 64%. Der wahrscheinlichste Kursanstieg liegt statistisch gesehen bei 10 – 15%, während der wahrscheinlichste Kursrückgang bei 10 – 20% liegt. Der durchschnittliche Kursanstieg beträgt 34% und der durchschnittliche Kursrückgang liegt bei 23%.

Merke:
Der beste Performer unter den Broadening Tops ist die Formation, die einen vorzeitigen Kursrückgang aufzeigt. Dieses rechtfertigt das vorzeitige platzieren einer Long-Position, da in 86% der Fälle ein Ausbruch nach oben erfolgt. Ausbrüchen nach oben folgt zudem ein durchschnittlicher Kursanstieg von 34% und das Mindestkursziel wird in 75% der Fälle erreicht oder überschritten.

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