Was ist eine rechtwinklige sich verbreiternde fallende Formation

Chartmuster, Handel

Die wichtigste Erkenntnis über rechtwinklige, fallende, sich verbreiternde Formationen

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Von Mister Coinlover-Februar 27, 2021

Aufgepasst! Rechtwinklige, fallende, sich verbreiternde Formationen verhalten sich anders als in der allgemeinen Fachliteratur vermutet wird. In diesem Artikel erklären wir dir, wie du dich vor diesem weit verbreiteten Irrglaube schützen kannst.

Übersicht

Art:

  • Umkehrmuster, Fortsetzungsmuster

Fehlerquote:

  • 3% (Rückgang), 19% (Anstieg)

Erreichung des Mindestkursziels:

  • 69% (Rückgang), 89% (Anstieg)

Performance (Kursrückgang):

  • durchschnittl. 19%
  • wahrscheinlichste 15%

Performance (Kursanstieg):

  • durchschnittl. 27%
  • wahrscheinlichste 20-30%

Wer in Chartmustern etwas bewandert ist, der kennt womöglich die rechtwinklige, steigende, sich verbreiternde Formation. Die Betonung liegt hier auf steigend. Die in diesem Artikel behandelte rechtwinklige, fallende, sich verbreiternde Formation wird in der Fachliteratur als das bullische Gegenstück zu seinem steigenden und bearischen Pendant angesehen. Doch ist sie das wirklich?

In diesem Artikel werden wir dir genau zeigen, welche Charakteristika dieses Chartmuster besitzt, wie zuverlässig es ist, wie du es am Besten handelst und ob die Theorie der Praxis auch tatsächlich stand hält. Fangen wir also an und werfen einen Blick darauf, was rechtwinklige, fallende, sich verbreiternde Formationen mit sich bringen und warum die meisten sie falsch handeln.

Die statistischen Auswertungen der hier behandelten Chartformation stammen aus der Enzyklopädie der Chartmuster von Thomas N. Bulkowski. Dieses Buch ist ein mächtiges Werkzeug für jeden ambitionierten Trader und basiert ausschließlich auf Daten.


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Rechtwinklige, fallende, sich verbreiternde Formationen und ihre Charakteristika

Wer jemals in der Fachliteratur nach rechtwinkligen, fallenden, sich verbreiternden Formationen gesucht oder gegoogelt hat, der wird gelesen haben, dass es sich hier um ein bullisches Chartmuster handelt. Die statistischen Auswertungen von Bulkowski zeigten aber, dass die Theorie der Praxis in diesem Fall nicht Stand halten kann. Tatsächlich scheinen Ausbrüche nach oben ähnlich wahrscheinlich zu sein, wie Ausbrüche nach unten. Bei vielen Tradern dürfte diese Formation in der Vergangenheit daher für böse Überraschungen gesorgt haben. Doch schauen wir uns zuerst einmal an, wie wir diesen Wolf im Schafspelz einwandfrei identifizieren können.

Bei diesen Formationen handelt es sich um kurzfristige, in der Regel nicht länger als 3 Monate anhaltende Konsolidierungen oder Umkehrmuster. Das Chartmuster kann an seiner oberen meist waagerecht verlaufenden Trendlinie und unteren, fallenden Trendlinie erkannt werden. Die obere Trendlinie verbindet mehrere Hochs miteinander, die allesamt auf der gleichen Höhe liegen. Die untere nach unten geneigte Trendlinie verbindet immer tiefer werdende Tiefs miteinander. Abb.1 zeigt einen beispielhaften Verlauf der Formation mit einem Ausbruch nach oben.

So identifizierst du eine rechtwinklige, fallende, sich verbreiternde Formation

Abb.1: Eine rechtwinklige, fallende, sich verbreiternde Formation mit einer bullischen Auflösung

Das Volumen verläuft während der Formationsausbildung unregelmäßig und lässt kein konsistentes Verlaufsmuster des Chartmusters erkennen.

Bei Bulkowski’s Untersuchungen lösten sich 57% der rechtwinkligen, fallenden, sich verbreiternden Formation nach oben und 37% nach unten auf. Das Problem: Im Vorfeld kann unmöglich vorausgesagt werden, in welche Richtung der Ausbruch erfolgt. Daher muss die Richtung des Ausbruches abgewartet werden. Durchbricht der Kurs die obere Trendlinie, ist mit einem Kursanstieg zu rechnen. Durchbricht der Kurs die untere Trendlinie, erfolgt in der Regel ein Ausbruch nach unten.

Merke:
Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass es sich hier um ein strikt bullisches Chartmuster handelt, muss in der Praxis die Ausbruchsrichtung aus der Formation abgewartet werden, damit die richtige Trendrichtung identifiziert werden kann.

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Wie du das Mindestkursziel bestimmst und mit welcher Wahrscheinlichkeit es eintritt

Du weißt jetzt, wie du eine rechtwinklige, fallende, sich verbreiternde Formation richtig identifizierst und das du ihre Ausbruchsrichtung abwarten musst. Nun schauen wir uns an, wie du das dazu jeweils passende Mindestkursziel berechnest und mit welcher Wahrscheinlichkeit dieses erreicht wird.

Rechtwinklige, fallende, sich verbreiternde Formationen, die nach oben ausbrechen, weisen mit 19% eine recht hohe Fehlerquote auf. Sie bewegt sich aber noch knapp im akzeptablen Bereich (<=20%). Deutlich besser schneiden hier Ausbrüche nach unten ab, denn solche weisen nur eine Fehlerquote von gerade mal 3% auf.

Während die mögliche Ausbruchsrichtung im Voraus Kopfschmerzen bereiten kann, ist die gute Nachricht, dass die Berechnung des Mindestkursziels deutlich zuverlässiger ist, als bei steigenden, sich verbreiternden Formationen. Die Messregel ist aber mehr oder weniger die gleiche.

Das jeweilige Mindestkursziel wird berechnet, indem die Differenz zwischen dem tiefsten Tief (A) der Formation und der Höhe ihrer oberen waagerechten Trendlinie (B) abgemessen wird. Das Ergebnis wird bei einem Ausbruch nach oben zu der Höhe der oberen Trendlinie aufaddiert oder bei einem Ausbruch nach unten von dem tiefsten Tief subtrahiert. Das Ergebnis ergibt das Mindestkursziel (C). Abb.2 zeigt eine solche Abmessung und Bestimmung des Mindestkursziels für einen Ausbruch nach unten.

Berechnung des Mindestkursziels bei einem Ausbruch nach unten

Abb.2: So berechnest du das Mindestkursziel bei einem Ausbruch nach unten.

Bei einem Ausbruch nach unten, wie im obigen Fall, wird das Mindestkursziel in 69% der Fälle erreicht oder übertroffen. Dieser Wert ist recht solide. Überragend funktioniert diese Messregel allerdings bei Ausbrüchen nach oben. In letzterem Fall wird das Mindestkursziel, statistisch gesehen, nämlich in 89% aller Fälle erreicht oder übertroffen. Der durchschnittliche Kursanstieg liegt bei 27%, während der wahrscheinlichste Gewinn zwischen 20-30% liegt. Der durchschnittliche Kursrückgang beträgt 19% und der wahrscheinlichste 15%.

Merke:
Ausbrüche nach oben weisen zwar eine deutliche höhere Fehlerquote auf, versprechen allerdings auch die höheren Gewinne.

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