RWAs auf der Blockchain

DeFi-Degen, Narrativen, Premium

RWA Coins: Real World Assets erobern die Blockchain

Von Mister Coinlover-Februar 15, 2024

Blockchain und Smart Contracts sind revolutionäre Technologien, die das Fundament der Tokenisierung bilden. Blockchain ermöglicht eine dezentralisierte und sichere Datenspeicherung, während Smart Contracts automatisierte, selbstausführende Verträge sind, die Aktionen auf der Blockchain steuern. Zusammen ermöglichen sie eine neue Ära der digitalen Assets, indem sie Transparenz, Effizienz und Vertrauen in digitale Transaktionen bringen.

Sie stellen somit die technologische Grundlage für die Tokenisierung von Vermögenswerten dar, die traditionelle Finanz- und Wirtschaftssysteme transformieren könnte und bis 2030 einen schätzungsweise 16 Billionen US-Dollar großen Markt aus dem Boden heben wird. Genauer genommen ist die Rede von der Tokenisierung von Real World Assets (RWAs) und genau um diese soll es in meiner heutigen Investitionsthese gehen, bei der einmal mehr eine lukrative Narrative richtig angegangen wird.

RWAs: Was sie sind, ihre Anwendungsbeispiele, und Herausforderungen

RWAs sind eine Klasse von Krypto-Tokens, die Vermögenswerte repräsentieren, die außerhalb des digitalen Spektrums existieren. Durch die Tokenisierung werden also reale Vermögenswerte wie Immobilien, Kunstwerke, Rohstoffe oder Unternehmensanteile in digitale Token auf der Blockchain transformiert. Diese Digitalisierung ermöglicht es, Vermögenswerte zu fraktionieren und sie einem breiteren Anlegerpublikum zugänglich zu machen.

Zusammenfassend werden durch die Tokenisierung Vermögenswerte leichter handelbar und transparenter, was zu einer Demokratisierung des Zugangs zu Investitionsmöglichkeiten führt und neue Märkte erschließt.

Vorteile & Potential von RWAs

RWAs finden durch Tokenisierung vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Das Stichwort ist allerdings die eben erwähnte Fragmentierung von Vermögenswerten.

Durch die Tokenisierung von Immobilien ist es problemlos möglich, kleinste Anteile an Immobilien zu handeln und zu halten. Gleiches gilt beispielsweise für die Tokenisierung von Kunstwerken, die Millionen wert sind, deren Anteile aber dank der digitalen Fragmentierung für kleine Beträge Kleinanlegern angeboten werden können.

RWAs haben also dank der Tokenisierung das Potential, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden. Einem Bericht von BCG zufolge wird der Markt für RWAs auf der Blockchain bis 2030 voraussichtlich 16 Billionen US-Dollar erreichen. Aktuell ist diese Nische laut Coingecko gerade einmal 2,3 Milliarden US-Dollar groß (Stand: 13.02.24).

Diagramm für das Wachstumspotential des RWA Marktes

Die Tokenisierung ist der Prozess, bei dem das Eigentum an materiellen Vermögenswerten auf die Blockchain übertragen wird. Das bietet die Möglichkeit, diese Vermögenswerte rund um die Uhr zu kaufen und zu verkaufen, und zwar ohne, dass an den Transaktionen ein traditioneller Makler beteiligt ist.

Darüber hinaus erhöht der Einsatz öffentlicher Blockchains die Transparenz durch in Echtzeit überprüfbare Daten. Im Bereich von DeFi als Sicherheiten hinterlegbare RWAs können zudem die Kapitaleffizienz ihrer Besitzer enorm steigern.

Tokenisierung von RWA

Bildquelle: Theseus.fi

Das ermöglicht nicht nur erhöhte Sicherheit, sondern vor allem auch eine signifikant bessere wirtschaftliche Effizienz. Eine Studie zeigt zudem, dass die Kosten für die Ausgabe von Anleihen bei Verwendung von Blockchain-basierten Aufzeichnungen um bis zu 90% und die Kosten für die Mittelbeschaffung um bis zu 40% sinken.

Zu guter Letzt können private und traditionell illiquide Märkte durch die Tokenisierung von Vermögenswerten in sehr viel liquidere Märkte umgewandelt werden.

Herausforderungen & potentielle Wachstumshemmer

Allerdings sehen sich RWAs auch mit potentiellen Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehören rechtliche Unsicherheiten, da viele Jurisdiktionen noch keine klaren Vorschriften für digitale Assets haben. Weitere Herausforderungen sind technologische Hürden, wie die Skalierbarkeit von Blockchain-Systemen, sowie Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz. Diese Faktoren können die Akzeptanz und Verbreitung der Tokenisierung hemmen.

Darüber hinaus müssen Token-Emittenten häufig KYC/AML-Prüfungen implementieren, was im Konflikt mit dem Ethos von DeFi steht und damit eine nahtlose Einbindung in diesem Bereich behindern könnte. Zudem bleibt das Problem bestehen, dass RWAs Off-Chain-Vermögenswerte darstellen. Das bedeutet, dass die Richtigkeit der Daten auf der Blockchain von ihrem Onboarding auf diese abhängig ist und DeFi-Anwendungen nur sehr begrenzten Einblick in ihre tatsächliche Besicherung besitzen.

Bereits existierende Anwendungsfälle für RWAs

Bereits seit 2018 sind RWAs im Bereich von Krypto ein Thema. Die Narrative hat allerdings erst in diesem Jahr an Fahrt gewonnen. Nicht zuletzt durch einige mutige Vorstöße in diesem Bereich.

Im Januar ging eine der führenden Private-Equity-Firmen, Hamilton Lane, eine Partnerschaft mit Securitize, einer Plattform für die Emission digitaler Vermögenswerte, ein, um einen Teil ihres 2,1 Milliarden US-Dollar schweren Vorzeige-Aktienfonds über das Netzwerk von Polygon zu tokenisieren.

Das war ein weiterer wichtiger Schritt in der Pionierarbeit zur Demokratisierung der privaten Märkte, indem der Zugang zu der historisch hoch rentablen Anlageklasse Private Equity durch die Reduzierung der Mindestanlagebeträge erheblich erweitert wurde.

Private Equity Performance vs S&P500 Performance

Eine Reihe von dApps haben zudem bereits Vermögenswerte im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar On-Chain tokenisiert. MakerDAO hat allerdings den wohl größten Fortschritt in Bezug auf die RWA-Adoption gemacht. Fast drei Milliarden US-Dollar an RWAs stützen mittlerweile den Wert der dezentralen Stablecoin DAI.

RWA Positionen von MakerDAO

Bildquelle: Dune Analytics, @steakhouse

Diese generieren bereits rund 61% der Protokolleinnahmen, wobei ein Großanteil davon von US-Staatsanleihen stammt.

Einnahmenquellen von MakerDAO

Bildquelle: Dune Analytics, @steakhouse

Es zeigt sich also, dass RWAs trotz einiger Hürden bereits eng mit vielen Bereichen aus DeFi verflochten sind. Glaubt man allerdings den Wachstumsprognosen für diese Nische, ist das noch nichts zu dem, was in den kommenden Jahren folgen wird. Entsprechend viel Sinn macht es für mich, mir anzuschauen, welche Projekte in dem Bereich von RWAs derzeit eine bedeutende Rolle spielen, oder noch spielen könnten, und damit von diesem zukünftigen Wachstum am meisten profitieren werden.

Die richtige Investitionsstrategie für RWAs

Wie immer teile ich mir einen Sektor, in den ich investieren möchte, in die Schichten auf, die meiner Meinung nach dessen Struktur am besten widerspiegeln. Im Falle von RWAs sind das die Technologie, welche nötig ist, um die Tokenisierung von RWAs zu ermöglichen, die Infrastruktur, welche den Handel von RWAs ermöglicht, und zu guter Letzt die einzelnen Projekte, die einen spezifischen Anwendungsfall verfolgen.

Die einzelnen Schichten des RWA-Sektors: Technologie, Infrastruktur, und Projekte

Die Technologie-Schicht

Wenn wir herausfinden möchten, welche Technologie nötig ist, um RWAs auf die Blockchain zu bringen, müssen wir nur darüber nachdenken, welche Prozesse sie für ihr On-Ramping in die digitale Welt durchlaufen. Hierfür muss zuallererst eine Tokenisierung stattfinden und eine Blockchain ausgewählt werden, auf welcher die digitalen Platzhalter gespeichert und ihre Transaktionen ausgeführt werden. Zu guter Letzt benötigt es noch die Abrufbarkeit von Off-Chain-Daten, die mit Gütern außerhalb des digitalen Spektrums der Blockchains verknüpft sind. Eine etwas detailliertere Sichtweise liefert die folgende Grafik.

Welcher Technologie-Stack ist für RWAs auf Blockchains nötig

Bildquelle: BCG

Wenn es um das Onboarding von RWAs geht, sind hier sicherlich einige Entwicklungen interessant zu beobachten. Im September hat beispielsweise Centrifuge in Zusammenarbeit mit Aave, Circle, Coinbase, RWA.xyz, Credix, Goldfinch und Base die Tokenized Asset Coalition (TAC) ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, “die nächste Billionen US-Dollar an Vermögenswerten auf die Blockchain zu bringen”.

Des Weiteren hat Ava Labs, das Unternehmen hinter der Avalanche-Blockchain, die Kernaufgabe, “alle Vermögenswerte der Welt zu digitalisieren” und konzentriert sich dabei auf RWAs mit Initiativen wie einem 50-Millionen-Dollar-Vista-Fonds für den Kauf von tokenisierten Vermögenswerten, der Giganten wie KKR einbezieht.

Interessant ist vor allem auch die jüngste Entwicklung bei IOTA. Die Stiftung von IOTA hat die Gründung ihrer Ecosystem DLT Foundation in Abu Dhabi bekanntgegeben. Mit einer Investition von über 100 Millionen US-Dollar in IOTA Coins und der Unterstützung des Abu Dhabi Global Market (ADGM), einem internationalen Finanzzentrum, soll die Tokenisierung realer Vermögenswerte vorangetrieben werden.

Diese Entwicklungen offenbaren bereits einige Namen, die bei der Tokenisierung von RWAs eine entscheidende Rolle spielen wollen und womöglich werden.

Chainlink (LINK) als die sicherste Orakel-Wette

Chainlink ist mit Sicherheit die sicherste Wette für Anleger, die Angst davor haben, bei der RWA-Narrative außen vor zu sein. Als DeFi-Orakel ist seine Funktion zudem unverzichtbar für die technische Implementierung von RWAs im Bereich von DeFi. Was Chainlink zu einem besonders guten Match macht, ist die Tatsache, dass sein Service auf vielen verschiedenen Blockchains integriert ist und damit den Multi-Chain-Aspekt bedient, dessen Wichtigkeit ich im Zusammenhang mit dieser Narrative bereits unterstrichen habe.

Durch seine Preisorakel-Infrastruktur und seine ununterbrochenen branchenübergreifenden Kooperationsbemühungen hat Chainlink seinen Platz als Bindeglied zwischen der Welt der Kryptowährungen und dem traditionellen Finanzwesen gefestigt. Chainlink bleibt zudem trotz aufkeimender Herausforderer wie Pyth Network der absolute Platzhirsch in der Nische der DeFi-Orakel. Mit über 45 Prozent Marktanteil dominiert das Protokoll nach wie vor seine Herausforderer.

DeFi-Orakel Verteilung der Marktanteile

Bildquelle: DeFiLlama

LINK ist der Token, der dieses Protokoll sichert. Das Protokoll sichert wiederum Vermögenswerte im Gegenwert von 20 Milliarden US-Dollar.

Pyth Network (PYTH) als Solana unterstützter Herausforderer

Pyth Network ist ein neuerer Kandidat unter den Orakellösungen am Markt der Kryptowährungen. Genau wie bei Chainlink werden auch hier die Kursdaten direkt von Börsen, Market Makern und Handelsunternehmen aggregiert.

Der Governance-Token dieses Protokolls nennt sich PYTH und ist mit seinem Start am 20. November noch ein wahrer Frischling. Dennoch macht er von sich Reden und das nicht ohne Grund.

PYTH ist zwar ein reiner Governance-Token, dessen Halter nicht an Umsätzen beteiligt werden, allerdings ist er nicht kraftlos. Halter von PYTH stimmen über alle entscheidenden Parameter des Netzwerks ab. Dazu gehören die Höhe der Gebühren, die Belohnungen für Datenanbieter, und wie neue Datenfeeds zur Verfügung gestellt werden dürfen.

Diese Entscheidungsgewalt über ein Protokoll, das aktuell knapp 3 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten mit akkuraten Daten sichert, besitzt unbestreitbar einen Gegenwert. Darüber hinaus müssen Datenanbieter PYTH staken (genau wie LINK bei Chainlink), sodass das Protokoll durch den Wert von PYTH gesichert wird.

Das Problem, auf das die Tokenomics von PYTH hinsteuert, ist ein riesiges Unlock-Ereignis, das in 95 Tagen ansteht (Stand: 14.02.24).

Token-Unlock für PYTH Token

Bildquelle: token.unlocks

Bei diesem Ereignis werden 1,3 Milliarden PYTH in die Zirkulation geschickt. Das sind 141,67 Prozent der aktuellen Umlaufmenge. Das ist also ein mittelfristiges Ereignis, das einen großen Einfluss auf den Token-Preis haben könnte.

Grundsätzlich finde ich Pyth Network als Chainlink-Herausforderer allerdings nicht uninteressant. Es hat seinen Ursprung auf Solana und versorgt dadurch mitunter einige der größten DeFi-Projekte mit Daten. Dazu gehören beispielsweise Margin.Fi, Kamina, SOLend, Drift und Jupiter. Wer also an ein zukünftig starkes Wachstum von DeFi auf Solana glaubt, der glaubt automatisch daran, dass das durch Pyth Network gesicherte Kapital stark anwachsen wird, was sich früher oder später in der Bewertung des Governance-Tokens widerspiegeln sollte.

Das Unlock-Ereignis bleibt allerdings ein Dorn im Auge. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, ob es eventuell sinnvoll ist, dieses und seine Auswirkung auf den Preis von PYTH abzuwarten, bevor ein Einstieg in Erwägung gezogen wird.

Die Bedeutung einzelner Blockchains für die RWA-Narrative

Während einige Protokolle von der Bindung an eine einzige Blockchain profitieren können, ist es für RWAs womöglich nicht die beste strategische Wahl, sich auf eine Blockchain zu fokussieren, da dieser Ansatz den gesamten adressierbaren Markt einschränken könnte. Hinzukommt, dass bei RWAs sich einige Infrastrukturkomponenten, so wie der Vermögenswert selbst, außerhalb der Blockchain befinden, sodass eine native Verbundenheit hier ohnehin nicht vorhanden ist.

Meiner Meinung nach ist eine Multi-Chain-Strategie für RWA-bezogene Projekte daher ein sinnvollerer Ansatz. Das sehen wir anhand der ältesten RWAs im Krypto-Markt: Stablecoins. Alle großen Stablecoins sind Multi-Chain und auf mehreren Blockchains verfügbar.

Mit diesen Überlegungen im Hinterkopf müssen wir uns fragen, ob eine Blockchain die Narrative rund um RWAs besonders gut für sich ausschlachten kann, oder die Abwicklungsschicht hier eine untergeordnete Rolle spielt.

Bezüglich Blockchains sind bereits die Namen Base als eine Layer-2-Chain von Ethereum, Avalanche und IOTA gefallen. Hier finde ich Base besonders interessant durch seine direkte Nähe zu Coinbase und Blackrock. Des Weiteren handelt es sich hier um eine Komponente des Ethereum-Ökosystems und wir wollen nicht vergessen, dass RWA-Protokolle vor allem auf eines angewiesen sind: Kapital.

Ethereum hat bei weitem den größten Kapitalhebel, weshalb fast jedes RWA-Protokoll Ethereum als eine seiner primären Blockchains hat. Doch Transaktionen werden die Nutzer solcher Protokolle mit Sicherheit nicht auf dem Layer-1 von Ethereum abwickeln wollen. Und genau hier käme Base ins Spiel. Das Problem ist allerdings, dass Base keinen eigenen Token besitzt und womöglich nie besitzen wird. Entsprechend ist hier keine direkte Investition für uns möglich. Base ist allerdings Teil der Superchain von Optimism, der Heimat einer von mir favorisierten Coins: OP.

Avalanche ist ebenfalls interessant, da es nicht nur die Narrative von RWAs, sondern vor allem von Gaming für sich nutzen kann. Damit könnten sich Anleger mit einer Investition in AVAX direkt für beide Narrativen am Markt positionieren.

Ich würde zudem Solana der Liste an potentiellen Abwicklungsschichten für RWAs hinzufügen, da die dortigen Transaktionskosten gering und die Abwicklung schnell ist. Zudem besitzt Solana den Charme, seine ganz eigene Narrative zu reiten, womit es unter Umständen jede Menge Kapital anziehen könnte.

Der Underdog wäre hier IOTA. Sollte das Projekt allerdings bedeutende Partnerschaften im Bereich von RWAs für sich gewinnen können, wäre das mit Sicherheit der Kandidat, der am meisten von dieser Narrative profitieren würde. IOTA hat allerdings ein großes Problem: Zurzeit hat das dortige Ökosystem kein Kapital.

Die Infrastruktur-Schicht

Wenn es um die Infrastruktur für RWAs geht, poppen in meinem Kopf auf Anhieb drei Anwendungen auf, die hierfür unerlässlich sind.

Zum einen sind das solche Protokolle, die das Onboarding von RWAs in die Welt der Blockchains übernehmen. Sie sind die Schnittstellen zwischen der realen Welt und der der Blockchains. Gleichzeitig tragen sie ganz besonders ein regulatorisches Risiko.

Zum anderen sind es Handelsplätze. RWAs werden einen Ort brauchen, der ihren Handel erleichtert und vorantreibt. Dieser Handelsplatz muss in der Lage sein, ausreichend Liquidität anzuziehen, und im besten Fall ist er zudem Cross-Chain tauglich.

Zu guter Letzt sind es Bridges, die bei der Infrastruktur von RWAs ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen könnten. Sie sind das Bindeglied zwischen verschiedenen Blockchains und ermöglichen, die Übertragung von Vermögenswerten über verschiedene Blockchain-Ökosystem hinweg, anstatt sie auf einzelne Ökosystem-Silos zu begrenzen.

Ondo Finance (ONDO)

Wenn es um das Onboarding geht, sticht in der Kategorie von RWAs Ondo Finance ins Auge. Ondo Finance ist ein Blockchain-Finanzsystem, das Benutzern tokenisierte Versionen realer Vermögenswerte bietet. Durch das dezentralisierte Finanzsystem von Ondo können Investoren institutionelle Wertpapiere aus den USA für sich erschließen.

Das prominenteste Produkt von Ondo ist derzeit der USD Yield (USDY) Token. Hierbei handelt es sich um einen tokenisierten realen Vermögenswert, der durch US-Staatsanleihen gesichert ist. Damit fällt er in die Kategorie der Stablecoins, bietet darüber hinaus aber auch zusätzliches Ertragspotenzial an.

USDY-Inhaber verdienen DeFi-Renditen von rund 5% im Jahr. Ein renditeträchtiger Stablecoin ist natürlich ein schlagkräftiges Argument. Ähnlich wie mit Einlagen auf einem Sparbuch ist es DeFi-Nutzern dadurch möglich, eine Rendite auf die Stablecoins zu verdienen, die untätig in ihrer Wallet schlummern.

Ondo Finance USDY Stablecoin

Bildquelle: ondo.finance

Eine Erweiterung des USDY-Produktes ist mUSD. Hier handelt es sich um eine “gewrappte” Version von USDY, die allerdings ihre Bindung an der US-Dollar hält und die generierte Rendite durch Rebasing und die Erschaffung neuer Token ausschüttet.

Erst kürzlich hat das Projekt zudem mit ONDO ihren Governance Token auf den Markt gebracht. Auch wenn Halter des ONDO Tokens nicht an Einnahmen wie in etwa Protokollgebühren beteiligt werden, verfügen sie immerhin über nennenswerte Governance-Rechte. Dazu gehören Entscheidungen darüber, was geeignete Sicherheiten darstellen, welches Zinsmodell Anwendung findet, wie Gebühren ausfallen, sowie die Bestimmung verschiedener Parameter, die Flux Finance (den hauseigenen Geldmarkt) betreffen.

Was bei ONDO auf Anhieb negativ ins Auge springt, ist die völlig verwässerte Marktkapitalisierung, die aktuell rund 7-mal so hoch ist wie die des zirkulierenden Angebots.

Übersicht des ONDO Token

Da gerade einmal 14 Prozent des Angebots zirkulieren, muss natürlich überprüft werden, ob zu erwartende Unlocks den Preis des Tokens zukünftig stark beeinträchtigen könnten.

Hier ist wichtig zu wissen, dass täglich weiter 54.410 UNDO Token in Umlauf geraten. Das ist eine sehr moderate Zahl, während das nächste größere Unlock-Ereignis erst in 338 Tagen droht (Stand: 14.02.24).

Kommende Unlocks der ONDO Token

Bildquelle: token.unlocks

Dieses Unlock-Ereignis ist zwar noch in weiter Ferne, allerdings ist aktuell geplant, dann auf einen Schlag 17 Prozent des Angebotes auf den offenen Markt loszulassen. Anleger, die also einen Anlegehorizont von einem Jahr oder länger besitzen, sollten dies auf dem Schirm haben.

Schlussfolgernd ist ONDO als mögliche Positionierung im Bereich der Onboarding-Infrastruktur von RWAs mit Sicherheit nicht uninteressant. US-Staatsanleihen werden als risikoarme Anlagemöglichkeit angesehen und von ihnen gibt es reichlich, die sich tokenisieren lassen. Die Ressource, die hier also primär von Ondo Finance genutzt wird, ist nahezu “unerschöpflich”.

Ein renditeträchtiger Stablecoin ist zudem ein altbekanntes, aber interessantes Konzept, das mittels RWAs als Sicherheiten neu an Zugkraft gewinnt. Gelingt es Ondo, hier nennenswerte Marktanteile auf dem Stablecoin-Markt zu ergattern, hätte das mit Sicherheit positive Auswirkungen auf den Preis des Governance Tokens ONDO. Zudem könnte das Protokoll von der Nähe zu Coinbase, Pantera und Blackrock profitieren.

Die Projekt-Schicht

RWAs haben ihre verschiedenen Unternischen. So wird es solche geben, die sich auf das Beleihen von RWAs oder den Handel von spezifischen RWA-Klassen wie Immobilien, Staatsanleihen, Aktien, Staatsanleihen, oder Emissionszertifikate konzentrieren. Jeder dieser Unternischen wird mit Sicherheit ihren Sieger hervorbringen und dieser Sieger wird beträchtlich von der gesamten Narrative rund um RWAs profitieren.

Mir ist in dieser Schicht allerdings noch kein wirklich innovatives Projekt untergekommen. Das bedeutet eines schon, und dieses verfolgt seinen ganz eigenen spezifischen Anwendungsfall.

Pendle Finance (PENDLE)

RWAs sind vor allem dann interessant, wenn sie eine sichere Rendite in der realen Welt versprechen. Das prominenteste Beispiel hierfür sind mit Sicherheit Staatsanleihen. Es gibt ein Projekt, das sich darauf spezialisiert hat, zukünftige Renditen abzuschöpfen, und das ist Pendle Finance. Daher ist für mich Pendle mit Sicherheit auch einer der Projekte, der von dem starken Anstieg von RWAs im Bereich von DeFi profitieren wird. Zudem gefällt mir, dass dieses Protokoll einen sehr spezifischen Anwendungsfall verfolgt und in dieser Nische der Platzhirsch ist.

Indem Pendle Finance den Nutzern die Tokenisierung und den Handel mit Renditen aus verschiedenen DeFi-Protokollen ermöglicht, hat das Protokoll ein neues Maß an Flexibilität und Zugänglichkeit zu renditetragenden Vermögenswerten eingeführt, das einen bedeutenden Wandel in der DeFi-Landschaft darstellt.

Mit Pendle Finance können Nutzer zukünftige Erträge aus verschiedenen DeFi-Protokollen tokenisieren und handeln. Um dies zu erreichen, verpackt das Protokoll renditetragende Token in standardisierte Renditetoken (SY), die dann in ihre Haupt- (PT) und Renditekomponenten (YT) aufgeteilt werden. Beide (Teil-)Token können über eine dezentrale Börse gehandelt werden.

Stelle dir vor, du hast einen Token, der eine US-Staatsanleihe repräsentiert. Diese Staatsanleihe erwirtschaftet eine Rendite von 5% pro Jahr. Es würde sich also um einen renditeträchtigen Token handeln. Dieser Token (TKN) kann nun durch Pendle in seine zwei Hauptbestandteile aufgespalten werden, während ptTKN den aktuellen Wert der Staatsanleihe und ytTKN den Wert der 5%igen Rendite repräsentiert. Dadurch ist es Nutzern möglich, die zukünftige Rendite bereits heute zu liquidieren, indem sie den ytTKN auf dem offenen Markt verkaufen.

Das Protokoll erhebt eine Gebühr von 3 Prozent aller durch ytTKN erwirtschafteten Erträge und schüttet diese an die Staker des nativen PENDLE Token aus. Das bedeutet, dass an Staker von PENDLE eine echte Rendite ausgeschüttet wird, was den Wert des Vermögenswerts untermauert.

Die Anwendung von Pendle erstreckt sich natürlich nicht nur auf RWAs, sondern auf jegliche renditeträchtigen Vermögenswerte im Bereich von DeFi. Besonders stark profitiert das Protokoll zudem von Liquid Staking Derivaten. Mittlerweile verwaltet das Protokoll über 1,2 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten und ihren Renditen.

Pendle Finance aktuelles TVL (Stand: 14.2.24)

Pendle hat sich also hervorragend positioniert, um von dem Wachstum von renditeträchtigen RWAs auf der Blockchain zu profitieren.

Fazit

Normalerweise folgt an dieser Stelle meine Portfolio-Übersicht für diese Narrative. Dieses Mal wird es die allerdings nicht geben, da ich selbst keine Vermögenswerte zum jetzigen Zeitpunkt neu in mein Portfolio aufnehmen werde. Es wird eventuell in den nächsten Tagen so aussehen, als würde der Kryptomarkt extrem bullisch sein, während Altcoin-Kurse große Sprünge machen, allerdings ist die Gefahr einer drohenden Korrektur mir persönlich zu hoch, um zu diesem Zeitpunkt neue Vermögenswerte in mein Portfolio aufzunehmen.

Viel wichtiger ist an dieser Stelle verstanden zu haben, was das Potenzial dieser Narrative ist, wie sich der Sektor aufteilt, und welche Art der Projekte grundsätzlich Sinn macht. Zu jeder dieser Schichten habe ich zudem ein Projekt herausgepickt, das in meinen Augen interessant ist.

Dieser Artikel wird definitiv zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aktualisiert oder erhält sogar einen Nachfolger-Artikel. Sollte es allerdings zu einer größeren Korrektur kommen, bleiben uns Monate an Zeit, um den Markt abseits der aktuellen Störgeräusche nach Projekten zu screenen, die hier tatsächlich eine sinnvolle Ergänzung des Portfolios sein können.

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