Leverage-Trading (also Trading mit Hebel) bedeutet, dass du mit einem kleinen Einsatz eine deutlich größere Position handeln kannst. Wenn du zum Beispiel mit 10× Hebel tradest, brauchst du nur 1 Dollar als Sicherheit, um eine Position im Wert von 10 Dollar zu eröffnen.

Das klingt im ersten Moment attraktiv, weil du mit wenig Kapital viel bewegen kannst. Der Hebel wirkt jedoch wie ein Verstärker – und zwar in beide Richtungen. Das heißt: Deine Gewinne können schneller wachsen, aber deine Verluste eben auch.

Um zu verstehen, warum das so riskant ist, hilft ein einfaches Beispiel: Bewegt sich der Kurs nur um 1 % gegen dich, dann kann das bei 10× Hebel bereits ungefähr 10 % Verlust auf dein eingesetztes Kapital bedeuten. Viele Anfänger unterschätzen genau diese Dynamik und setzen zu große Positionen, weil der Kurs „ja nur ein bisschen schwanken muss“.

Was ist Margin?

Damit du überhaupt mit Hebel handeln kannst, brauchst du sogenannte Margin. Das ist deine Sicherheitsleistung, also das Geld, das du als Pfand hinterlegst. Börsen unterscheiden dabei meistens zwischen zwei Werten: der Initial Margin und der Maintenance Margin.

Die Initial Margin ist der Mindestbetrag, den du brauchst, um eine Position zu eröffnen. Die Maintenance Margin ist dagegen die Mindestmenge an Kapital, die während des Trades noch übrig sein muss, damit die Position offen bleiben darf.

Wenn dein Kontostand unter diese Grenze fällt, passiert etwas, das viele Anfänger erst verstehen, wenn es zu spät ist: die Liquidation. Eine Liquidation bedeutet, dass die Börse deine Position automatisch schließt, weil dein Sicherheitspuffer nicht mehr ausreicht. Der Kurs, bei dem das geschieht, wird als Liquidationspreis bezeichnet.

Cross Margin vs. Isolated Margin

Zusätzlich solltest du wissen, dass es zwei wichtige Margin-Modi gibt: Cross Margin und Isolated Margin. Bei Cross Margin werden alle deine Positionen gemeinsam abgesichert. Ein großer Verlust kann also nicht nur einen Trade zerstören, sondern dein gesamtes Konto belasten und sogar andere Positionen mitreißen.

Bei Isolated Margin ist das Risiko dagegen auf eine einzelne Position begrenzt. Du legst im Voraus fest, wie viel Kapital du für diesen einen Trade riskierst, während der Rest deines Guthabens unberührt bleibt. Für Anfänger ist Isolated Margin deshalb meistens die deutlich sicherere Variante.

Das Problem: Je höher der Hebel, desto schneller nähert sich dein Trade dieser Liquidationsgrenze. Eine Bewegung von nur 2 % gegen dich kann bei 5× Hebel bereits ungefähr 10 % Verlust bedeuten. Bei 10× Hebel wären es schon rund 20 % Verlust – und solche Bewegungen sind im Kryptomarkt absolut normal.

Ein weiterer Risiko-Faktor ist Geschwindigkeit. In schnellen Marktbewegungen kann es passieren, dass deine Position liquidiert wird, bevor ein Stop-Loss sauber ausgeführt werden kann. Gerade bei sehr volatilen Coins ist das einer der häufigsten Gründe, warum Anfänger unerwartet aus Trades „rausfliegen“.

Fazit zum Leverage-Trading

Unterm Strich ist Leverage-Trading ein zweischneidiges Schwert. Es kann deine Gewinne beschleunigen, aber es erhöht genauso schnell deine Verluste und die Wahrscheinlichkeit, dass du liquidiert wirst. Wer langfristig traden will, muss diese Mechanik verstehen und klare Regeln nutzen, um das eigene Handelskonto nicht mit wenigen Fehlern zu zerstören.

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